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Im deutschen Reich · 1912-03-01 · Heft 3 (März 1912) · p. 146

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 3 (März 1912)
Article
Nürnberg
Date
1912-03-01
Page
146 (sequence 2)
Language
German
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146 Im beut\d)<zn Reich. regenten ausb rächte. Die darauf folgende Festrede auf Kaiser Wilhelm II. war Herrn Rabbiner Max Freud ent hal übertragen und wurde ebenso wie die vorausgegangene Rede des Oberbürgermeisters von der Versammlng mit großer Begeisterung ausgenommen. Das „Amtsblatt der Stadt Nürnberg" hat am 29. Januar den Wortlaut beider Reden veröffentlicht. /X Karlsruhe i. V., 2. Februar. Wie der Badische Beobachter berichtet, hat die Großherzogliche Eisenbahnverwaltung die Bezirks- und Lokalstellen infolge der neuerdings beobachteten Verbreitung vonantisemiLischenFlugblättern auf das Verbot der nicht besonders genehmigten Verbreitung von Flugblättern, Zeitungen und Anzeigen aller Art in den Personenwagen und auf den Bahnhöfen verwiesen. Zuwiderhandelnde sollen den Betriebsinspektionen angezeigt und von diesen erstmals verwarnt werden, in Wiederholungsfällen aber soll gegen die Verbreiter strafend eingeschritten werden. W Vereinsnachrichten. — Somfcart 6er „Antisemit". Unter der Aeberschrift Sombart der „Antisemit" veröffentlichten das „Israelitische Familienblatt" und die „Jüdische Rundschau" einen offenen Brief an den Vorstand des Central-Vereins, in dem der Leitung des Eentral-Vereins die Mißbilligung über sein Verhalten zu Sombart und seinen Vorträgen über die Iudenfrage ausgesprochen wurde. Insbesondere soll die Notiz in der Februar- Nummer unseres Blattes eine „Schwere Beleidigung Sombar's und eine Kränkung aller bewußt jüdischen Hörer seiner Vorträge" enthalten. Zu diesem offenen Briefe haben wir folgendes zu erklären: 1. Mit der Frage, ob Herr Prof. Sombart Antisemit ist oder nicht, haben wir uns in jener Notiz nicht befaßt. Der Begriff „Antisemit" ist derartig ' flüssig. daß es nicht möglich ist, eine bestimmte Erklärung für seinen Inhalt zu geben. Es ist uns deshalb an sich gleichgiltig, ob sich jemand in die Kategorie Antisemit einreiht oder nicht. Wir haben uns nur mit den Anschauungen und nicht mit abstrakten Begriffen zu beschäftigen. Die Anschauungen des Herrn Prof. Sombart, wie sie in seinem Vo rtrage „Die Zukunft der Juden" niedergelegt sind, müssen wir, soweit sie unsere auf die Erstrebung der völligen Gleichberechtigung der deutschen Juden gerichteten Prinzipien berühren,

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