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Im deutschen Reich · 1912-01-01 · Heft 1 (Januar 1912) · p. 44

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 1 (Januar 1912)
Article
[Ohne Titel] / Weigelin
Date
1912-01-01
Page
44 (sequence 5)
Language
German
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44 Im deutschen <3vetd). Rabbiner Di-. Goldschmidt, welcher die letzte Ilrsache mehr aus religiöse Intoleranz zurücksührte. --- In der ersten Sitzung des Ausschusses der nenbegründeten B ezi r ks g r uppe Bocholt wurde der Vorstand der Gruppe desinitiv gewählt: Herr Sigismund Weyl als Vorsitzender, Herr Louis Ostöerg als Schriftführer und Herr Ad. Eisberg als Kassierer. Für die anderen vier zur Gruppe gehörigen Orte iiuirbe je ein Obmann der Ortsgruppe gewählt und zwar für Wesel Herr S. Spier, für Emmerich Herr I. Albersheim, für Rees Herr Louis Wolfs und für Borken Herr I. Feith. Anläßlich des 13. Stiftungsfestes der Ehewra Kadischa der Syuagogengemeinde Goldap hat am Sonntag, den 3. Dezember, der Bezirksrabbiner Dr. Beer m a u u -In st e 15 u r g einen Vortrag über die Tätigkeit des Central-Vereins derltschrr Staatsbürger jüdischeu Glaubens abgehalten. Zu diesem Vortrage waren wohl sämtliche Mitglieder der Gemeinde Goldap, Damen und Herren, sowie einige Gäste aus den Wachbarorten Darkehmen und Marggrabowa, erschienen. Nachdem der Vorsitzende, Herr Lewinsky, in einer Begrüßuligsrede den ernsten Zweck der Versammlung betont und zum festen Zusammenschluß der Glaubensgenossen dringend gemahnt hatte, nahm Herr Rabbiner Dr. Beermann das Wort zu seinem Vortrage „R ü ckölicke u n d ül u s blick e". Redner schilderte dabei die Lage unferer Vorfahrerr in der schweren Zeit vor dem Jahre 1812, wie damals der „Schutzjude"' unter Ausnahmegesetzen zu leiden hatte. Ein Amschwuug sei erst durch die von Frankreich ausgehenden Ideen der Aufklärung herbeigesührt worden. Der Vortragende erwähnte dann die Wirkung hes Lessingscheu Lustspiels „Die Juden", und die edlen Bestrebungen Friedrich Wilhelm Dohms, den Juden in Deutschland das Bürgerrecht zu verschaffen, die Berufung eines Sanhedrins in Paris und die schließlich von den preußischen Juden am 11. März 1812 erlangte Gewährung des Bürgerrechts, dessen sie sich durch ihr wackeres Verhalten während der Befreiungskriege würdig zeigten. Als ein. Beispiel ihrer Opfersreudigkeit berichtete der Vortragende, daß nach einem in den Akten der Gumbinner Regierung befindlichen Bericht ein Gnmbinner Jude, namens Marcus, sämtliche Waren seines Geschäfts, Juwelen usw., bei der Erhebung im Jahre 1813 dem Vaterlande zur Verfügung stellte. Die Juden hätten sich damals überhaupt im Verhältnis zu der Bevölkerungszahl wesentlich an den Opfern für das Vater-

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