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Im deutschen Reich · 1912-01-01 · Heft 1 (Januar 1912) · p. 38

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
18 (1912)
Issue
Heft 1 (Januar 1912)
Article
Driesen
Date
1912-01-01
Page
38 (sequence 2)
Language
German
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Im deutschen Reich. servativer, der irr dem allgemeinen. Radau lediglich nun Ruhe ersuchte, wurde von Herrn Bruhn als sein früherer Anhänger jetzt als „I u denli b e r a l e r‘v bezeichnet, Llls er den Versuch machte, dagegen zu opponiere;!, wurde ihm der Weg zur Rednertribüne versperrt: er wurde in gehässiger Weise angepööelt, als er den Versuch machte, Herrn Bruhn. der Verleumdung zu zeihen. Derselbe Herr erhielt vom Obermeister Fels aus Friedeberg einen Fußtritt, als er beim Verlassen des Saales Herrn Bruhn als Lügner gekennzeichnet hatte. Der allgemeine Eindruck, den diese Versammlung bei allen gesitteten; Leuten hiuterließ, war der: „Ein solcher Skandal dürfte noch nicht dageweseu jeüi." ❖ . u/ Frankfurt a. M., 18. Dezember. Die „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht den Wortlaut eines Aufrufs von über 100 der bekanntesten russischen Schriftsteller und Gelehrten, darunter Andrejew, Gorki, Kowolenko, Kowalewski u. a. m., gegen die Ritu almord Hetze. Der für die westeuropäische Bevölkerung bestimmte Aufruf schließt mit folgenden Sätzen: „Oft genug wurde bann die Wahrheit, wenn auch allzu spät ausgehellt. Die vernünftigeren und gerechteren Menschen wurden dann von Anwillen und Scham ergriffen. Viele Päpste, hervorragende Geistliche und Staatsmänner haben den bösen Aberglauben gebrandmarkt und ein für allemal es den Behörden verboten, bei den A n Le r s u ch u n g e n von M o r dtaten konfessionelle Tendenzen zur Geltung zu bringen. In Rußland wurde ein solcher Akas vom Kaiser Alexander I. am 6. März 1817 veröffentlicht und unter der Herrschaft Nikolaus I. am 18. Januar 1835 wiederholt. Die Akase vermodern aber in ben Archiven, während der Aberglaube lebendig ist. And so sind wir wiederum Zeugen der Erscheinung, daß die alte Lüge selbst von der Tribüne der R e i ch s d u m a verbreitet wird. Heutzutage wagen sie es nicht, diese Beschuldigung gegen alle Anhänger des mosaischen Gesetzes zu erheben, und berufen sich dazu aus irgendeine phantastische Sekte. Dies hindert diese Männer jedoch nicht, das ganze Judentum mit Gewalttätigkeiten und Pogromen zu bedrohen. . . Immer waren es die niedrigsten und die verbrecherischsten Leidenschaften, welche infolge solcher Legenden zutage getreten sind; jedesmal wurde die Menge geblendet und irregesührt, die Rechtsprechung aber verzerrt . . . Stets haben gegen diese Legende die Liebe und die Wahrheit angekämpst. Wir Anterzeichner dieser Erklärung, Vertreter der russischen Literatur, der Wissenschaft unb der Kunst, die wir wahrlich unsere Kinder ebenfalls lieben, aber solch sinnlose

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