Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- G. P., Berlin
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 709 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
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Briefkasten. 709 das Bewußtsein, daß sich daraus kein Kapital für den Antisemitismus schlagen läßt. * G. C, Berlin. Das oft widerliche Treiben der Missionare haben wir wiederholt gegeißelt' aber wir erachten es nicht als so gefährlich, wie es den Anschein hat, jedenfalls bei weitem nicht so wirksam wie die Praxis der Verwaltung, Beförderungen und Auszeichnungen von dem Religionswechsel abhängig zu machen. Das beste Schutzmittel gegen diesen Mißstand ist der R a s s e n a n t i s e mi t i s m u s, der die aus materiellen Gründen Uebergetretenen um den erwarteten Gewinn der sozialen Gleichstellung bringt. Der charaktervolle Christ verkehrt lieber mit einem glaubenstreuen Juden als mit einem getauften, der es bald nach der Taufe zu einem Posten gebracht hat, den er als Jude später oder gar nicht erlangt hätte. Das würde noch mehr der Fall sein, wenn die Antisemitenpresse mit ihrer wiederholten Aufforderung Erfolg hätte, ihr für Zwecke der Rassenforschung Verzeichnisse der Rechtsanwälte, Richter, Notare, Aerzte und Spezialärzte, zunächst aus den Städten Berlin, Köln, München, Karlsruhe, Stettin, Nürnberg, Dortmund, Essen und Frankfurt zu übermitteln. In diesen Verzeichnissen sollen die Namen der Herren hebräischer Rasse unterstrichen werden und bei den Namen getaufter Juden soll ein Kreuz (f) bei gefügt werden. Wo nichtjüdische Herren mit Jüdinnen verheiratet sind, soll neben die Namen dieser Herren ein Ausrufungszeichen gesetzt werden. Die Absicht der AnLisemitenblätter ist natürlich eine sehr gehässige, aber sehr geeignet, das Tausjudentum vielen zu verleiden. * M. D., Berlin. Die Meldung der „Agenzia Stefani", daß der Groß-Rabbiner von Tripolis nach Rom telegraphiert habe, er begrüße die italienische Okkupation mit Freuden, war durchaus unglaubhaft und ist auch bereits von dem Groß-Rabbiner der Türkei energisch bestritten worden. Er hat dabei, wie dem Zionistischen Zentralbureau in Berlin