Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Berlin / A. L.
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 682 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316816--22149-2345537- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
682 Im deutschen Reich. berufe Erwerbstätigen im Hundertteile im Jahre 1882 1,24, 1895 1,18 und 1907 nur 1,06 Juden befunden. Dabei ist in Betracht zu ziehen, daß dieser Rückgang der jüdischen Erwerbstätigen dem der Volkszählungsbevölkerung entspricht, da die Juden unter je 100 Einwohnern 1882 1,30, 1695 1,15, 1907 0,99 zählten. Dem Rückgang des Anteils der Evangelischen und der Juden unter den im Hauptberufe Erwerbstätigen stand eine Steigerung der Katholiken gegenüber, die aber immerhin noch einen kleineren Bruchteil Erwerbstätige stellten, als nach ihrem Anteil an der Bevölkerung zu erwarten wäre, was aus ihren größeren Kinderreichtum zurückzuführen sein dürfte. Der „Reichsanzeiger" bemerkt dazu: „Daß sich in den verschiedenen Berufsgruppen im Anteil der Erwerbstätigen der drei Bekenntnisgruppen Unterschiede, zum Teil sehr erhebliche, ergeben, ist naheliegend. Große Berufsarten sind in Preußen geographisch so verteilt, daß sie sich vorzugsweise in Gegenden mit einem vorherrschenden Bekenntnis finden, so z. B. der Bergbau und das Hüttenwesen und die Industrie der Steine und Erden in Gegenden mit überwiegend katholischer, teilweise erst durch die Erwerbstätigkeit herangezogener Bevölkerung, was auch zum kleineren Teile von der Landwirtschaft gilt. Andere Berussarten haben ihren Standort hauptsächlich in den Städten (z. B. die Industrie der Maschinen, die polygraphischen, die Versicherungs-, die künstlerischen Gewerbe u. a. m., vor allem auch die Handelsgewerbe); in ihnen herrschen der Zusammensetzung der betressenden städtischen Bevölkerung entsprechend die Evangelischen vor, und hier, aus Berussneigung z. B. im Handelsgewerbe, treten auch die Juden mit starken Anteilen auf." Bei der Berufszählung 1907 ist gegen früher eine größere Zergliederung der hauptberusstätigen Beamtenschaft veranlaßt worden. Dabei haben sich in Preußen für die hauptsächlichsten Bekenntnisgruppen folgende Hundertteile ergeben: Evangelische Katholiken Juden Höhere Reichs- und Staatsbeamte 77,18 18,92 2,85 Richter, Staatsanwälte 71,05 23,27 5,39 Rechtsanwälte Notare, Patentanwälte 57,53 24,04 17,78 Höhere Kommunalbeamte 69,34 29,20 1,03 Kommunalbeamte mittleren Ranges 70,84 28,64 0,17