Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1911)
- Article
- Der Untergang der deutschen Juden
- Date
- 1911-12-01
- Page
- 670 (sequence 7)
- Language
- German
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Hin deutschen Reich. 670 barkeitsstatistik anführt, entbehrt jeder Begründung. Die von mir zitierte Stelle Hindelangs ist so deutlich, daß ein Mißverständnis völlig ausgeschlossen ist. Außerdem habe ich mit Hindelang oft ausführlich über die von ihm gerügte falsche Methode der Fruchtbarkeitsmessung gesprochen. Theilhaber berechnet die Zahl der Kinder pro Ehe, indem er die jährlichen Geburten in die Zahl der jährlich geschlossenen Ehen hineindividiert. Für Bayern geschieht dies bei ihm für die Jahre 1904, 1906, 1907, 1908 und 1909. Zu seiner Rechtfertigung führt er an, daßer „auch eine Fruchtbarkeitsbestimmung nach Segall an einem Beispiele bringe." Er meint offenbar die in meiner Arbeit „Die Entwicklung der Juden in München von 1875 bis 1905" enthaltene Tabelle über die Fruchtbarkeit der Münchener Juden. Hierbei ist ihm aber ein Fehler unterlaufen, der auch in der diesmaligen Replik wiederkehrt. Er wendet nämlich eine nur für München hergestellte Tabelle, also für eine einzelne Gemeinde, auf deren eigentümliche Zusammensetzung ich in meinem Buche ausdrücklich aufmerksam mache, ganz allgemein auf die Juden in Deutschland an. Diese Verallgemeinerung ist natürlich unrichtig. Auf diese unwissenschaftliche B e t r a ch - tun gs io eise ist auch der Vorwurf zu rückzuf 5 h rcn, d a ß i ch mir in m einer Begründung d e r geringen Sterblichkeit w i d e r s p r o ch e rt h a b e. T h e i l h a b e r hat e s unte r lassen, bei de r Gegenü Verstellung meiner Auffassung v o n 1909 u n d 1904 h e r v o r z u h e b e n, daß ich in m e i n e r A r beit i m I a h r e 1909 s p e z i e l l v o n M ü n ch e n e r I u d e n s P r e ch e, wo eine Ei n w a n d e r u n g produktive r jugendlicher Kräfte st a L t f a n d , w a h r e n d i n m einer Besprechung v o n preußischen I u d e n d i e Rede ist und eine ganz andere Zeit in Frage kommt, n ä m l i ch die P o g r o m z e i L, i n d e r viele alte Leute und Familien mit kleinen Kindern aus dem Aus lande nach Preußen kamen. Damit füllt Theilhabers Behauptung, daß ich mir widersprochen habe, in sich selbst zusammen. Sie illustriert aber trefflich die Art und Weise, wie Theilhaber zitiert. Ich habe meinen Ausführungen in der Septembernummer dieser Zeitschrift nichts hinzuzufügen. I)r. Jacob Segall.