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Im deutschen Reich · 1911-11-01 · Heft 11 (November 1911) · p. 648

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 11 (November 1911)
Article
G. H., Berlin
Date
1911-11-01
Page
648 (sequence 1)
Language
German
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648 Im deutschen Reich. G. £)., Berlin. Als die „Frankfurter Volksstimme" ein aufreizendes Streiklied von einem gewissen Karl Kaltdorff veröffentlichte, druckte es das Organ des Bundes der Landwirte, die „Deutsche Tageszeitung", am 2. Oktober d. I. ab und bemerkte dabei: „Daß derartige elende, aufpeitschende Hetze ungestraft betrieben werden kann, ist ein t i e f b e s ch ä m e n d e s u u b üb ex au §> bedenkliches Zeichen der Zei t." — Eine schneidendere Selbstkritik ist selten vorgekommen; das agrarisch-antisemitische Blatt spottet seiner selbst — und weiß nicht wie!' €. VCi.f (Zhaxlottcnhnvg. Wie uns mitgeteilt wird, ist der zum Stadtverordneten vorgeschlagene Herr M a r c u s e in Charlottenburg getauft. D. M., Dresden. Was die „Deutsche Wacht" als Organ des „Nationalen Landesausschusses" nach dem „B. VD, einem uns ganz unbekannten Volksblatt, über ein „Aktionsprogramm" berichtet, das sich die „Synagoge" vor Jahrzehnten gesetzt haben soll, trägt so den Stempel der ordinärsten antisemitischen Erfindung an sich, daß es sich eigentlich kaum lohnt, auf diesen Unsinn einzugehen. Nach dem „B. V." soll es darin heißen: „Da die christliche Kirche uns in der Verwirklichung unserer Pläne hindert, müssen wir mit Ausdauer bestrebt sein, ihren mächtigen Einfluß zu vernichten. Wir müssen den Anhängern der christlichen Religion soweit als möglich Gedanken von Freigeist und Skeptizismus und Schisma einimpfen; wir müssen religiöse Streitigkeiten provozieren, die ihrer Natur nach zu Spaltungen und Sekten im Christentume führen. Wir müssen besonders ihre Priester herabsetzen. . s. . Trachten wir, Einfluß zu bekommen auf die jungen Schüler. Verlangen wir Gleichheit aller Religionen in den Schulen. Diese wird zur Entfernung des Religionsunterrichts aus dem Studienplane führen. Suchen wir mit Geschick und Kunst, Lehrkanzeln und Professuren an den christlichen Schulen zu erlangen. Dadurch wird der Religionsunterricht in die Familien gebannt werden, und da in den meisten die Zeit fehlt, diesen Unterrichtszwang zu überwachen, so wird der christliche Geist allmählich verschwinden..." In diesem antisemitischen Erzeugnis ist natürlich nicht ein Wort wahr! Gsche i. weftpr. Das in dem „Schwetzer Kreisblatt" vom 28. September eine ganze Seite füllende Inserat des

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