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Im deutschen Reich · 1911-11-01 · Heft 11 (November 1911) · p. 642

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 11 (November 1911)
Article
Leipzig
Date
1911-11-01
Page
642 (sequence 2)
Language
German
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642 Im deutschen Reich. des jüdischen Soldaten Kr. Hoe hatte den Soldaten, der eines Tages in der Krankenbaracke auf dem Uebungsplatze Zeithain ein Pflaster für ein Geschwür am Halse erbat, mit den Worten empfangen: „Was wollen Sie Judas Jscharioth denn hier noch so spät?" Als Kr. ihn unwillig anschaute, fügte H. hinzu: „Daß Sie ein frecher Junge sind, werden Sie wohl wissen l" Der Soldat erstattete Anzeige, und als H. das erfuhr, hielt er am 26. August den Kr. an und sagte: „Es ist doch besser, wenn wir beiden gute Freunde bleiben und Sie nehmen die Anzeige zurück." Kr. erwiderte ihm, daß er das nicht mehr könne, sonst werde er selbst von seinem Hauptmann in Strafe genommen, worauf H. ihm zu bedenken gab: „Nun, dann muß ich auch jede Kleinigkeit melden." Wegen Beleidigung eines Untergebenen und versuchter Abhaltung von der Verfolgung einer Beschwerde hatte sich jetzt der Sergeant H. vor dem Kriegsgerichte zu verantworten. Er gab zu seiner Entschuldigung an, daß er den Kr., von dem er nicht gewußt hahe, daß er Jude sei, nicht habe beleidigen wollen; die Bezeichnung Judas Jscharioth gebrauche er öfters. Kr. habe nur Anzeige erstattet, um sich dafür zu rächen, daß er auf Anzeige eines anderen Sanitätssergeanten drei Tage Arrest bekommen hatte, weil er als Revierkranker ausgegangen war. Das Kriegsgericht erkannte dem Anklageantrage gemäß gegen Hoe auf eine Woche Mittelarrest. - X Ingolstadt, 12. Oktober. Wie das hiesige „Tageblatt" berichtet, hat das Kaufmannsgericht in Mannheim die Entscheidung 'gefällt, daß der Inhaber einer jüdischen Firma sich keine gegen seine Konfession sich richtenden Aeußerungen eines Angestellten gefallen zu lassen braucht, auch wenn die Bemerkungen nicht gegen die Geschäftsinhaber selbst gerichtet sind. Der Angestellte könne wegen solcher Aeußerungen sofort entlassen werden. P Petersburg, 10. Oktober. InOsch, einer Stadt der russisch-asiatischen Landschaft Fergana, kam l>s dieser Tage auf das Gerücht von dem Raub eines Sartenknaben durch Juden zu einen: Pogrom. Eine Menge Eingeborener begann Steine auf die Juden mib deren Häuser zu werfen. Ein Jude namens Liljachow wurde dabei getötet; mehrere andere Inden erlitten Verletzungen. Nach anderen Berichten sollen

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