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Im deutschen Reich · 1911-10-01 · Heft 10 (Oktober 1911) · p. 580

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 10 (Oktober 1911)
Article
R. G., Berlin
Date
1911-10-01
Page
580 (sequence 2)
Language
German
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Im deutschen Reich. bbÖ der Judenfrage gezeigt sondern auch auf vielen anderen Gebieten. Eine treffende Charakterisierung Heinrich von Treitschkes, aus der sich ergibt, daß er nicht nur ein großer Judenhasser, sondern auch ein ungerechter Beurteiler anderer Verhältnisse war, findet sich in dem 1910 im Verlage von Diederichs in Jena erschienenen Werk des Philosophen Friedrich Pauls en „Aus meinem Leben". Dort erzählt Paulsen (Seite 157/158): „Ich habe ihn nur noch einmal eine Reihe von Jahren später in Berlin gehört: unglücklicherweise behandelte die Vorlesung gerade englische Verhältnisse; mir wurden die Jnvektiven, mit denen er in blindem Haß englische Philosophie und Denkweise überschüttete, so unerträglich, daß ich den Hörsaal verließ. Sein unbändiges Temperament machte ihn für h i st o r i s ch e Gere ch t i g k e i t i n e i n e m g a n z u n g e w ö h n l i ch e n M a ß e unfähig; es gab für ihn nur zwei Kategorien: für Und gegen die gute Sache; und gegen das, was gegen die gute Sache, d. h. nur die preußische Sache war, war alles erlaubt. Womit eigentlich England seinen inbrünstigen Haß sich Ungezogen hatte, ich weiß es nicht: er kannte keine Grenzen. Ich höre noch, wie er bei der Kunde von dem Fall Chartums und dem Tade Gordons im Sprechzimmer der Berliner Universität in laute Jübeltöne ausbrach: so sei es recht und so müsse es jedem ergehen! Da er taub war, war es unmöglich, ihm zu erwidern, er hörte immer nur sich selbst, und das steigerte die Maßlosigkeit seiner Affekte." D. 5., Gr.-Lichterfelöe. Sie meinen doch wohl die im Briefkasten der »„Staatsbürger-Zeitung" vom 10. August Herrn Friedbert Sch., erteilte Antwort: „Wir haben leider nicht feststellen können, ob der Bischof von Mainz, Dr. Georg 'Kirstein, hebräischer Abkunft ist. Vielleicht kann uns einer unserer Leser Auskunft geben?" — Dem französischen Couplet: „Rien n’est sacre pour un sapeur!" könnte man bei dieser Rassenschnüffelei das Wörtchen — „antisemite" hinzufügen! p. K., Leipzig. Der verwegene Streich eines angeblichen jüdischen Viehhändlers, der sich als Bischof ausgegeben, in einem bayrischen Ort eine Messe gelesen und für das katholische Waisenhaus in Nazareth Almosen gesammelt haben

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