Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 504 (sequence 6)
- Language
- German
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504 Im deutschen Ne uh. jüdischen Glaubens und Heranziehung extrcnner Antiseuuiteu den Willen kundgegeben hat, dem zersplitternden Einfluß der antisemitischen Bewegung keinen Einhalt zu tun, sondern sich ihm zu unterwerfen. Wenn von dem zusammengeschmolzeneu christlich-sozialen Anhang des Prinzen Alois Liechtenstein trotzdem behauptet wird, der Verband stehe unter j ü b i s eh e m Eins l u ß, so ist dies nur eine Fiktion, die zu der alten Taktik der Fraktion Liechtensteins gehört und von seinen reichsdentschen Verehrern unterstützt wird. Die klerikale ^Augsburger Postzeitung" hat dies dadurch zu beweisen versucht, daß sie auf die neuerdings erfolgte Ernennung eines Juden, Dl Samuel Oppenheim, zum ordentlichen Professor an der Wiener Universität verwies, gegen die der Verband hätte beim Unterrichtsminister Grasen Stürgkh vorstellig werden müssen, wenn er nicht Rücksichten aus die Juden nähme. Das Augsburger Blatt übersieht, daß auch die christlich-soziale Partei Wasser in ihren antisemitischen Wein gegossen hat und Oberprokurator Steiner selbst in einer vom Prinzen Liechtenstein im Wiener Rathause geleiteten Partei- Versammlung erklären durfte: „A u ch den Juden gegenü b e r ü b c u w i r religio s e D u ldsamkeit: wir bekämpfen nur das rücksichtslose Vordrüngen der Juden auf wirtschaftlichem Gebiete und die durch sie hervorgerufene geistige und sittliche Entwertung unseres Volkes." Und diese Entwertung wird den Juden zugeschrieben, nachdem die Mehrheit der Wähler der christlich-sozialen Partei nur deshalb den Rücken zukehrte, weil ein Teil ihrer antisemitischen Parteiführer in hohem Grade der wirtschaftlichen Ausbeutung verdächtig erschien! Die katholische „Köln. Volkszeitung", sagt: „Diese Bürgerpartei müßte wenigstens Programm haben: dasselbe beschränkt sich aber auf den Antisemitismus, und der ist nichts Neues. Warum betont man auch gerade diesen Punkt-?" Ihre alldeutschen Gegner tun es auch und sicher zum Nachteil für das. Deutschtum in Oesterreich, das durch die zersplitternde Kraft der antisemitischen Bewegung beständig verhindert wird, dem gewaltigen Andrang der slawischen Elemente Stand zu halten. Wo blinde antisemitische Kräfte sinnlos walten, kann sich kein Bild eines gesunden Volkslebens gestalten. Die von den antisemitischen Satrapen in