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Im deutschen Reich · 1911-09-01 · Heft 9 (September 1911) · p. 500

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 9 (September 1911)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1911-09-01
Page
500 (sequence 2)
Language
German
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Im deutscher: Reich. :>< 0 selig umgebeutet werben, desto mehr wächst die Zahl derer, die sich davon überzeugen, daß der Antisemitismus eine gefährliche Waffe ist, die dei der Verwendung im praktischen Parteikampf zumeist die Hand verletzt, die sie führt. „Mehr: Herzensrwbert" hat die „Staatsbürger-Zeitung" herbeigewünscht in einer Poleunk gegen die Forderungen, die Edmund Fischer in den „Sozialistischen Monatsheften" auf dem Gebiet des Armenwesens aufgestellt hat. In dem von krassem Zynismus strotzenden Artikel heißt es u. et.: „Das Geld deutscher Steuerzahler ist zu wertvoll, als daß damit Neger-Chinesen und Judenbastarde aufgepäppelt werden. Weder Eltern noch Geschwister haben ein Recht, das niedersteigende Leben zu schützen. Staat, Gesetz, Recht und Sitte müssen sich wandeln, den: Arzte ausreichende Befugnisse eingeräumt werden, sonst verkommt die Menschheit in den Folgen der Kultur und des Mitleids." Klar ist, daß die „Staatsbürger-Zeitung" nicht nur zur Beseitigung der Findlinge Staat, Gesetz und Recht umwandeln möchte, sondern auch zur Befriedigung ihrer rassenfanatisch en G e lüste. Mit den Leitern eines solchen Blattes sollten sich Männer jüdischen Glaubens in keinen Briefwechsel einlassen und nicht den aussichtslosen Versuch machen, sie durch Widerlegungen zu bekehren. Der „Staatsbürger-Zeitung" kann nichts willkommener sein, als die Zuschrift eines „Juden", der sich als „ziemlich regelmäßiger Leser" ihrer Zeirnng einführt, an leitender Stelle zu veröffentlichen und an die w o h l f e i i e R e k l a m e eine bissige Antwort zu knüpfen, die in dem Worte gipfelt: „Da das bloße Vorhandensein des hebräischen Volkes wie seine Lebensäußerungen eine Gefahr für unser Volkstum bedeuten, können die Inden sich nicht gekränkt fühlen, wenn wir sie als unliebsame Gäste los sein möchten, da sie sich reicht in ihre Gastrolle bescheiden zu schicken vermögen. Und so sagen wir dem Einsender des obigen Briefes, was ein Deuts ch e r tut, der sich in einer Gesellschaft geduldet sieht: er geht!" Hoffentlich zieht der jüdische Absender daraus die Lehre, trotz aller guten Absichten, den Kampf denen zu überlassen, die ihn systematisch führen und nicht mehr die Hoffnung hegen, Rassenfanatiker oder Geschästsantisemiten zu be-

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