Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 9 (September 1911)
- Article
- Der Untergang der deutschen Juden
- Date
- 1911-09-01
- Page
- 492 (sequence 8)
- Language
- German
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4v2 Im deutschen Reich. wenn man schlechthin die Abnahme der Geburten auf eine absichtliche Minderung der Zeugungen zurückführt. Wo es an Familien fehlt, fehlt es auch an Geburten. Die Abwanderung hat aber auch noch eine zweite Seite, die ebenfalls berücksichtigt werden muß. Infolge des Wegzugs der kräftigen Elemente luurbc der Rückgang der Sterblichkeit, der sonst mit der Abnahme der Geburten Hand in Hand geht, aufgehalten. Es zeigt sich in der vorhin erwähnten Zeit eine Konstanz der Sterblichkeit, und auch dies trug dazu bei, daß die deutschen Juden nur eine geringe Zunahme aufwiesen. Während Theilhaber aber aus der einen Seite einen sehr wesentlichen natürlichen Grund für die Herabminderung der Geburten übersehen hat, hat er andererseits den Irrtum begangen, daß er aus der geringen tatsächlichen Zunahure der deutschen Juden einen Rückschluß auf ihre natürliche Zunahme, d. h. ihre Fruchtbarkeit macht. Er hält im einzelnen die tatsächliche Bevölkerungszunahme, wie sie sich auf Grund der Volkszählungen ergibt von der n a t ü r l i ch e n aus dem Geburtenüberschuß beruhenden nicht klar auseinander und übersieht, daß dieselben Gründe, welche zu einem geringen tatsächlichen Zuwachs der Bevölkerung führen, nicht gleichzeitig auch an dem geringen Geburtenzuwachs schuld sein müssen. Im Gegenteil, es kann auf der einen Seite die Fruchtbarkeit ganz günstig, den natürlichen Verhältnissen entsprechend sein, und doch nimmt die Bevölkerung nicht zu, weil Abwanderung oder Austritte den Geburtenüberschuß aufzehren. Das Heilmittel muß also an einer Zanz anderen' Stelle einsetzen. Gewiß, wir geben zu, die natürliche Zunahme der deutschen Juden könnte viel größer sein als sie ist. Wären aber die Momente, welche das Wachstum hindern, nicht erstarkt, so wäre die eigene Vermehrung der deutschen Juden durchaus nicht so unbefriedigend als man nach Theilhabers Ausführungen annehmen sollte. Betrachten wir nun im einzelnen den Rückschluß von der tatsächlichen Zunahme auf die Fruchtbarkeit. Theilhaber sieht, daß in Bayern der Zuwachs der Ausländer in München von 1900 bis 1900 so groß ist wie der Zuwachs der gesamten jüdischen Bevölkerung Bayerns in demselben Zeitraum; daraus schließt er auf die außerordentlich niedrige Fruchtbarkeit der bayrischen Juden. Die jüdische Bevölkerung in Bayern, welche