Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- H. L., Berlin
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 453 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten. 453 Ich suche einen vornehm denkenden Antisemiten zur Durchführung eines sicheren Schadenersatzprozesses. Risiko 1—2000 M. Gewinnbeteiligung 20 000 M. Gefl. Angebote unter Ausschluß v. jüdischen sub: G. 14 an die Exp. dieser Zeitung. Sich 20 000 M. Gewinnanteil aus „Schaden" eines andern zusichern zu lassen, würde ein „vornehm denkender" Jude wohl kaum fertig bekommen! M. D., l^annovet. Auf Ihre Beschwerde, daß Sie im Hotel „Sommer" in Lugano ein Oberkellner mit Missionsschristen belästigt habe, wandten wir uns an die Direktion des genannten Hotels mit dem Ersuchen, derartige Missionsversuche für die Zukunft zu verhindern. Darauf erhielten wir die Antwort, daß der Direktion der Vorgang unbekannt war und daß ein derartiges aufdringliches Benehmen künftig unter keinen Umstünden geduldet werden wird. Damit dürfte wohl die Angelegenheit erledigt sein. Wünschenswert ist nur, daß in ähnlichen Fallen die Missionsbestrebungen it bereifriger M issi o nare d u r ch sofortige M i tteilung an uns bzw. durch entsprechende Beschwerde an der zuständigen Stelle im Keime erstickt werden. S. B., Geestemünde. Der uns übersandte Artikel beweist wiederum, wie notwendig es ist, daß auch die Unterhaltungsbeilagen der Zeitungen einer genauen Kontrolle unterzogen werden. Oftmals finden sich in Artikeln, in denen eigentlich nicht die geringste antisemitische Aeußerung zu erwarten ist, plötzlich antisemitische Bemerkungen schlimmster Art. In kleinen Zeitungen, oft auch in Volkskalendern, sucht man häufig die Leser durch derartige Artikel besonders zu erheitern. Merkwürdigerweise bringen auch sonst in keiner Weise antisemitische Zeitungen oft solche Erzählungen. Wir können unfern Mitgliedern daher nur dringend raten, auch die Beilagen und sonstigen kleinen Preßerzeugnisse ständig auf antisemitische Aeußerungen hin zu beachten und uns mitzuteilen. K. D., Leipzig. Der Hauptsitz der Agitation für Wiedereinführung des Schächtverbots in Sachsen scheint tatsächlich Dresden zu sein. Bei der 40. Tagung des Bezirks-