Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1911)
- Article
- Sensburg
- Date
- 1911-07-01
- Page
- 442 (sequence 2)
- Language
- German
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442 Im deutschen Reich. Damen in größerer Zahl, erschienen. Der Verbandsvorsitzende, Sanitätsrat Dr. K a m n i tz e r - Al l enst e i n, erstattete den Geschäftsbericht. Nach Erledigung verschiedener geschäftlicher Angelegenheiten referierte W a i s e n h a u s - I n s p e k L o r P e r i tz - K ö n i g s b e r g über das neue Angestellten - V e r s i ch e r u n g s g e s e tz. Redner befürwortete die Gründung einer eigenen allgemeinen P e n s i o n s k a s s e f i't r d i e j ü d i s ch e n G emeindebeamten in Deuts ch l and. — Amtsgeri ch t s r a t B l u nr e n f e l d - In st er b u r g erstattete Bericht über die glänzende Entwick l u n g der o st - p r e u ß i s ch c n P e n s i o n s i affe für jüdische Religionslehrer und Kulturbeamte in den abgelaufenen 10 Jahren ihres Bestehens, und widmete denr Gründer und eifrigsten Förderer der Kasse, Waisenhaus-Inspektor Peritz-Königsberg, unter denr Beisalle der Versammlung warme Worte der Anerkennung. — lieber die Verhältnisse des Alters- und Siechenheims des Verbandes berichtete Kaufmann Jsaacs o h n - A l l e n st e i n. — R a b b i n e r Or. Beer nr ann- Jnsterburg sprach darauf über „Die Seelsorge für die S r a f g e f a n g e n e n". — Mit ganz besonderer Begeisterung wurde der Schlußvortrag des zur Versammlung erschienenen Syndikus des Central- Vereins deutscher Staatsb ü r g e r j ü d i s ch e n G l a u b e n s , R e ch t s a n w a l t Or. Holländer- B e r l i n, über „Die Lebensfragen der deutschen Juden" ausgenommen.. Redner entwickelte in fesselnder Weise die gegenwärtige Lage der deutschen Juden in rechtlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht; er zeigte die Notwendigkeit einer energischen Gegenwehr gegen die uns auf den verschiedensten Gebieten zugefügte Zurücksetzung, Rechtsverweigerung und wirtschaftliche Schädigung der Juden. - Vor allem zieme und nütze ein stärkeres Selbstbewußtsein den Juden und der freie Mut, dort, wo sie als Inden 311 leiden haben, rückhaltlos für ihr Recht und ihr Interesse eintreten müssen. Redner ging dann auf die Wichtigkeit einer eifrigen Beteiligung der Juden bei den bevorstehenden Reichstags w a h l e n ein. Nicht selten bilden die Juden in den Wahlkreisen das Zünglein an der Wage, das für den Ansgang der Wahl die Entscheidung zu bieten verrnag. Der