Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / M.
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 294 (sequence 9)
- Language
- German
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294 Im dcmtschon Reich. bischen bayrischen Landtagsabgeordneten Simen Levy aus Jan denn, der vor 40 Jahren bei der berühmten Kriegsdebatte im bayrischen Landtage in weiser Erkenntnis der Sachlage und in edler Vaterlandsliebe durch sein mannhaftes Eintreten für den Anschluß Bayerns an die norddeutschen Staaten viel zur glücklichen Erledigung der Frage beigetragen habe. Von ihm stamme auch das Wort, daß drei Faktoren Hinstrebten zur Gleichberechtigung der Juden: die Juden selbst, die öffentliche Meinung der Kulturftaaten und die Gesetzgebung. Leider ließen es, so meinte der Redner, die Juden selbst heute noch vielfach an dem Eifer, der Zur Erreichung des Zieles nötig fei, fehlen. Unter lebhaftem Beifall schloß er dann mit einem warmen Appell an die Ortsgruppe Landau. Im Mittelpunkte der Versammlung stand ein Vortrag des Herrn Dr. Erich K e h r -Kai s erslaute r n , Schriftführer des Landesverbandes, über „Gabriel Rieß er". Es sei Gegenwarts- und Zukunftsarbeit, fiihrte der Redner aus, die geleistet werde in der Beschäftigung mit Gabriel Rießer, dem Manne der Vergangenheit. Eine natürliche Zusammengehörigkeit bestehe zwischen Rießer, dem Vater der Idee, und dem Central-Verein, ihrem Verfechter in der Gegenwart. Nur von dem Sollen und Wollen des Central-Bereins spreche man, wenn man Rießers Leben und Wirken schildere. Redner entrollte darin ein klares Lebensbild des herrlichen Kämpfers für Menschenwürde, Ehre und Freiheit, immer auf die innigen Beziehungen zwischen ihm und dem Central-Verein hinweisend und betonend, was Rießer uns deutschen Juden war und noch ist. Als Dr. Kehr seine oft von lebhaftem Applaus unterbrochenen Ausführungen mit der Mahnung schloß, von Gabriel Rießer zu lernen, was auch heute wieder im Kampfe gegen den Antisemitismus zu tun sei, zu lernen, wie man zugleich selbstbewußter Jude und guter Deutsche sein könne, antwortete die Versammlung mit langanhaltendem begeisterten Beifall. In herzlichen Worten dankte Dr. Dannheißer dem Redner für seine herrlichen Worte. Nach ihm legte .Rabbiner Dr. Einstein- Landau in knappen und klaren Zügen die Ziele und Zwecke des Eentral-Vereins dar, unb for verte unter lebhaftem Beifall die anwesenden Nichtmitglieder zürn Eintritt in den Verein auf. Hierauf legte Herr Kobnrger