Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1911)
- Article
- [Ohne Titel] / M.
- Date
- 1911-05-01
- Page
- 290 (sequence 5)
- Language
- German
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290 Im deutschen Reich. Bestrebungen für die gänzliche Gleichberechtigung der Juden werden müsse. — Nach einem Schlußwort des Herrn Rechtsanwalt Skalier traten wiederum neue Mitglieder dem Verein bei. — Am 19. März ist eine sehr gut besuchte außerordentliche Mitgliederversammlung der eifrigen B e z ir ks g r u p p e H o m 6 ii r g-Rheinpsalz in Landstuhl abgehalten worden. Herr R e i n h e i m e r - L a n d st u h l eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßungsansprache und überließ dann die weitere Leitung dem Gruppen-Vorsitzenden, Herrn Leo- H i r s ch - H o m b u rg. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete ein Referat des Herrn Lehrer Rosenwald aus Steinbach a. Gl.: „Simultan- und Konfessionsschule." Der Redner führte aus, daß die Juden, so lange die Simultanschule nicht durchgeführt sei, für die jüdische Volksschule eintreten müßten. Man solle Umwandlung der Religionsschulen in Volksschulen anstreben. Diesem beifällig ausgenommenen Referat folgte ein Vortrag des Herrn Or. Erich Kehr aus Kaiserlautern, „Die Lage der Juden und der Central- Verein", der allgemeinen Beifall fand. Durch den anregenden Verlaus dieser Versammlung hat die Bezirksgruppe Homburg abermals einige neue Mitglieder gewonnen. — Die Ortsgruppe Speyer, die sich am 22- März konstituiert hat, ist infolge der eifrigen Bemühungen dortiger Gesinnungsgenossen, die stärkste der Pfalz geworden. Nach der Begrüßung der sehr gut besuchten Versammlung durch den bisherigen Vertrauensmann, Herrn S i e g m u n d D r e i - f u ß, dem jetzigen Mitgliede des Landesvorstandes, überbrachte der Vorsitzende dieser Organisation, Herr Mathematiker Joseph K o b u r g e r aus L u d w i g s h a f e n, die Grüße und Wünsche des Landesverbandes mit dem Ausdruck der Erwartung, daß sich die Vereinssache in Speyer weiterhin wie bisher glücklich entwickeln möge. Der Schriftführer des Landesverbandes, Herr Or. Erich Kehr, sprach hierauf über „die Lage der deutschen Juden und der Central-Verein." Bon der geschäftlichen Entwickelung der Verhältnisse ausgehend, entrollte er ein klares Bild der staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zurücksetzung der deutschen Inden, legte anschließend dar, wie der Central-Berein die Bewegung des Antisemitismus als solche bekämpft.