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Im deutschen Reich · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. 285

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
Rees
Date
1911-05-01
Page
285 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 285 Daß Sie, meine Herren, mich verstanden, war mir eine besondere Genugtuung. Mit den bestell Empfehlungen uub vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener I. Laufs." )-( München, 2. April. Die Wciahandlung Etieune Gaßmann, St. Kreuz i. Elsaß, hat der Nr. 13 der Münchener Wochenschrift „Allgemeine Rundschau" vorn 31. März eine Empfehlungskarte beigelegt, in der sie einigen harmlosen deutschen Sätzen eine französische Nachschrift folgen läßt, die besagt: „Inden: Sie mich durch Ihr Vertrauen ehren, sind Sie sicher, gut bedient' zu werden und daß Ihr Geld nicht die Kasse von Freimaurer:: unb Jude n füllt, die sich überall einzudrängen wissen, selbst bei der Geistlichkeit, die sie verfolgen und :nit einem überraschenden Erfolg betrügen." — Diese Karte verdient, in ihrer Doppelsprachigkeit gekennzeichnet zu werden. Der „deutsche" Mann bedient sich der französischen Sprache, um Andersgläubige geschäftlich zu schädigen und zu beschimpfen — der „fromme" Mann, den: seine Religion dazu dienen soll, geschäftliche Vorurteile zu schaffen, ist der deutsch oder christlich? A Wien, 8. April. Wie die „Neue freie Presse" berichtet, hat der Schriftsteller A. Geller in einer von dem Wiener „Verein zur Abwehr des Antisemitismus" am 24. März veranstalteten Versammlung einen Vortrag über den „Menschenwert in unserer Kultur" gehalten und dabei unter Anlehnung an eine von Popper-Lynkeus verfaßte Schrift „Individuums" das Bestreben gegeißelt, den Menschen zu einem Dinge herabzudrücken, die Ethik aber als unpraktisch und imberechtigt über Bord zu werfen. Als Folge dieser modern - praktischen Lebensanschauung wüte der Raffen- Nationalitäten- und Parteihaß, ganz abgesehen von den: rein geschäftlichen Ausbeuterhaß. Nur durch die ethische Schulung des Menschen könne des Volkes Heilung erzielt werden. Im Anschluß an diese Ausführungen führte der Vorsitzende, Universitätsprofessor vr. Sebering aus, daß schon Moses die Fackel der Kultur angezündet, indem er nicht nur eine Religions-, sondern auch eine bürgerliche Konstitution gegeben habe, eine Kultur, die allerdings mit der Zerstörung des

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