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Im deutschen Reich · 1911-05-01 · Heft 5 (Mai 1911) · p. 264

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 5 (Mai 1911)
Article
Zur Abwehr
Date
1911-05-01
Page
264 (sequence 2)
Language
German
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264 Im deutschen Reich. der Maske der Wissenschastlichkeit propagiert der 'Autor aber seine politische Sondertendenz, Die in der I u denfrage keine andere ist, als der vom Chamberlainschen Rassenwahn beherrschte Antisemitismus. Ich will einige Stichproben geben und dem Jrrtume des Verfassers die historische Wahrheit gegenüberstellen. Der Verfasser berührt ans S. 6 die Entstehung jdes Judentums nach dem babylonischen Exil und faßt sein Urteil in dem knappen Satze zusammen: „Alles ward von einem geisttötenden Formalismus ergriffen." Für ihn scheint das nachexilische Judentum nur die Ritualgesetze des sog. Priesterkodex, nicht aber auch den Psalter hervorgebracht zu haben. Von dem grandiosen Ringen um die tiefsten religiösen Fragen in Hiob und Kohelet, von dem herrlichen Ertrag der prophetischen Predigt weiß jener Historiker nichts, nichts von der großzügigen, weltweiten, heidenfreundlichen Frömmigkeit des Jona- und Rutbüchleins, nichts von der Missionsarbeit Israels an der Heidenwelt, die das Rituelle in den Hintergrund treten ließ und den Schwerpunkt auf die sittlichen Ideen legte. Das alexandrinische Judentum mit seiner gewaltigen Vertiefung der Religion und mit dem großen Worte -aus Pseudophokylides: „Kein andres Mysterinnr gibds, als gut sein", ist für jenen Geschichtsschreiber einfach nicht vorhanden. :;; Auf S. 183 wird behauptet, die Juden bekämpfen alle deutsch-nationalen Bestrebungen — eine groteske Aeußerung, die es sich nicht zu widerlegen lohnt, die es aber begreiflich erscheinen läßt, wenn auf S. 190 der große Strom der jüdischen Einwanderung dem Herrn Professor bedenklich erscheint. In wie arge Verlegenheit geriete wohl unser Forscher, wenn man ihn nach dem Quellenmaterial für diesen Punkt t seiner Darstellung fragte. Steht doch fest, daß diese Einwanderung wenigstens in den letzten 10 Jahren ganz geringfügig war. Charakteristisch aber für die wissenschaftliche Höhenlage des Buches ist folgender Satz (S. 364): „Ebenso muß man das Märchen von dem reichen Segen zurückweisen, den wir der semitischen Kulturarbeit verdanken sollen." Also, Herr Professor, gestatten Sie, daß wir bis auf weiteres noch als geschichtlich sichergesteüt folgende Tatsachen erachten:

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