Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Wien
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 226 (sequence 2)
- Language
- German
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226 Im deutschen Reich. deutschen Reichs würde Abhilfe bieten. Abg. Kramarcz erklärte dagegen, Preußen werde die Ausweisungspolitik fortsetzen, solange Oesterreich sich alles gefallen lasse. Die deutschen Interessen in Oesterreich seien größer, als Oesterreichs Interessen in Deutschland. Es würde genügen, Ernst zu zeigen, um eine menschlichere Politik zu erzwingen. Ueremsnachrichterr. — Im 83. Lebensjahre ist am 19. März der Ehrenbürger der Stadt Liegnitz, Herr Heinrich Cohn, sanft entschlafen. Wir betrauern in dein Dahingeschiedenen, der lange Jahre hindurch als unser Vertrauensmann in Liegnitz für unsere Bereinssache tätig und dann Mitbegründer unserer dortigen Ortsgruppe war, einen treuen Freund und eifrigen Förderer unserer Bestrebungen, dem wir stets ein dankbares Gedächtnis bewahren werden. — Vor einiger geit hatten wir Veranlassung, über einen Vorfall in Oberschlesien zu berichten/wonach die von der Regierung bewilligte O st m a r k e n z u l a g e in einer Zeitungsannonce nur an „ch r i st l i ch e" Aerzte gegeben werden sollte. Ein ähnlicher Vorfall hat sich jetzt im Regierungsbezirke M a r i e n w e r d e r abgespielt. Ende Dezember vorigen Jahres war im „Berliner Tageblatt" ein Inserat erschienen, wonach ein Arzt nach einem kleinen Orte Westpreußens gesucht^. wurde, dem ein Fixum von 3000 M., das auch hier die Ostmarkenzulage darstellt, zugesichert war. Das Inserat trug keine Unterschrift; Bewerbungen sollten vielmehr unter einer Chiffre postlagernd nach Krojanke gerichtet werden. Auf diese Annonce meldete sich ein jüdischer Arzt, ein Mitglied unseres Vereins. Er erhielt darauf eine Postkarte des Inhalts, „daß das Fixum von der Regierung nur an einen evangelis chen Ar zt bezahlt wird". Diese Karte trug eine unleserliche Unterschrift. Durch unfern Vertrauensmann in Krojanke ermittelten wir daraufhin, daß sowohl die Annonce wie auch die fragliche Antwortkarte von dem A p o t h e k e n b e s i tz e r E r d m a n n in Krojanke aufgegeben war. Als Herr Erdmann dieserhalb