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Im deutschen Reich · 1911-04-01 · Heft 4 (April 1911) · p. 223

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 4 (April 1911)
Article
Dresden
Date
1911-04-01
Page
223 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. Lage der Gesellschaft gewillt sei, von seinem Gehalt etwas zu streichen. Dafür erklärte Herr Böhme, daß der Direktor ja schon die Spesen aus seiner Tasche bezahle. Vielleicht werde er auch dies Jahr von seinem Gehalt etwas zurückstellen. Wahrscheinlich wolle er seine Entschließung von dem Versammlungsverlauf abhängig machen. Mit wenig schmeichelhaften Bemerkungen verließen die Anwesenden das Lokal." X Leipzig, 10. März. Im überfüllten Saale des „Kristallpalastes" sprach in einer Versammlung des neugegründeten Jugendvereins, zu der auch die hiesige Ortsgruppe des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und die Leipzigloge eingeladen hatten, Herr Abgeordneter Dir. Cohn aus Dessau über „I udentauf e n". In fesselnder . Weife legte der Redner Gründe und Wirkung der Judentaufe dar, um dann in markigen Worten die Mittel zur Abwehr an die Hand zu geben. Dringend riet er zum Anschluß an die Organisationen, und zwar für die Aelteren und Selbständigen an den Central-Berein, für die Jüngeren an den Jugendverein. Reicher, lange anhaltender Beifall folgte seinem Vortrage, der der jüdischen Sache in Leipzig gute Dienste geleistet hat. — Es ist jedenfalls bemerkenswert, daß neuerdings auch die „Leipziger Neuesten Nachrichten" nicht nur von den antisemitischen Reformern, sondern auch von den Deutschsozialen abrücken und offenbar Morgenluft wittern. In dem vom 10. März datierten Bericht der Berliner Redaktion des Leipziger Blattes (Dr. Liman) über die Beratung des Poftetats wird gesagt: „Herr Lattmann von der Wirtschaftlichen Vereinigung hat sich in seiner Abneigung gegen die Nationalliberalen so festgebissen, daß er nachgerade keine Rede mehr halten kann, ohne sie auf eine Polemik gegen die Nationalliberalen zuzuspitzen.-Dann gibt es eine große Ueberraschung. Das Haus wußte es bisher stets so einzurichten, daß Herr Bruhn, der Held der „Wahrheit", nicht mehr zum Worte kam. Es wurde stets rechtzeitig ein Schlußantrag eingebracht und Herr Bruhn konnte unverrichteter Sache wieder abziehen. Diesmal hat sich das offenbar nicht einrichten lassen, denn selbst wenn er beim Titel „Ministergehalt" nicht zu Worte gekommen wäre, Hütte doch einer der vielen TÜel ihm Gelegen-

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