Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- Stolp i. Pomm.
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 221 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 221 werden doch nicht -etwa, äh?"' Der Getreidehändler: „Ja, gnädiger Herr, es war aber tatsächlich in der letzten Zeit mit den Konservativen recht seltsam — übrigens: Ich habe einen Sohn, er hat Philologie studiert, braver Kerl, äh!! s Er dient jetzt bei der Kavallerie fein Jährchen ab. Er meldet sich zum O f f i z i e r e x a m e n , wird natürlich zngelassen und — füllt burdi; haben Sie gehört, er fällt durch, während so zehn adlige Dummköpse, äh Pardon, glatt durchrutschen. Ist das nicht zmn Verrücktwerden?'' Herr v. P., ein patriarchalisches Wohlwollen in den Zügen, bemerkt zum nicht geringen Erstaunen der übrigen, allerdings plebejischen Ladengäste: „Bester Freund, Sie fassen die Sache zu ernst auf. Seien Sie froh! Erstens sparen Sie eine Unmenge Geld und zweitens, bester Herr, würde sich Ihr werter Herr Sohn unter d e n adligen Herren Offizieren doch wohl kaum wohlfühlen!!! Fühlen sich doch nicht einmal die bürgerlichen christlichen Offiziere wohl!!!" — Der Getreidehändler ging; konservativer ist er kaum wohl geworden." O Geestemünde, 8. März. Hier hat sich dieser Tage im Schlachthause ein Porsall ereignet, der geeignet ist, die Gegner der rituellen jüdischen S ch l a ch t m e t h o d e davon zu überzeugen, daß ihre gegen das Schächten gerichteten Angriffe unberechtigt sind. Am 1. Mürz wollte der Schlächtermeister de Harde in Geestemünde einen schweren Bullen durch Schießen beziehentlich Schlügen toten lassen. Alls mehrere Versuche, die in Gegenwart des Schlachthofdirekrors, eines -entschiedenen Gegners der jüdischen Schlachtmethode, unternommen wurden, mißlangen, ersuchte man den jüdischen Gemeindeschächter Halle, das mißhandelte Tier zu schachten. Dies geschah und fand altseitige Anerkennung. X Löln, 2. März. Bor dem Kriegsgericht hat hier am 24. Februar eine Verhandlung gegen den früheren Einjährig- F r e i iv i l l i g e n L. aus D ü s s e l d o r f m egen F a h n e n s i n ch t it n t e r A u s s ch l u ß der Oeffent - lichkeit stattgefunden. L„ der bei dem Dentzer Kavallerie- Regiment diente, versicherte, von seinein damaligen Rittmeister wegen seines jüdischen Bekenntnisses derartig seelisch gequält worden zu sein, daß er es beim Regiment nicht mehr aushalten konnte, weshalb er nach zehnmonatlicher Dienst-