Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- An die deutschen Juden!
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 182 (sequence 6)
- Language
- German
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182 Im deutschen Reich. Je 2 M. Louis Rosenberg-Berlin, S. Orgler-Peiskretscham, Or. Goldschmidt-Kolberg, Albert Mindus u. E. Weinthal i. Hamburg, . Mor. Cohen-Hamburg, I. Garfunkel-Schmalleningken, Jul. Michel-Münchholzhausen. 1 M. L. N., Bocholt. Are Kauplversammkung des Kenlrak-Kereins deutscher Staatsbürger jüdischen Kkanöens. Am 26. Februar er. fand im großen Saale des Marinehauses die dritte Hauptversammlung des Central- Vereins statt, zu der sich über 150 Abgeordnete der Ortsgruppen und Landesverbände aus allen Teilen des Reiches eingefunden hatten. In anbetracht des vertraulichen Charakters eines Teiles der Beratungsgegenstände zerfiel die Sitzung in zwei Teile, deren erster unter Ausschluß der Oeffentlichkeit am Vormittage abgehalten wurde. Der Vorsitzende des Vereins, Justizrat I)r. Horwitz, eröffnete die Hauptversammlung mit herzlichen Begrüßungsworten an die Erschienenen und erteilte sodann den Herren Or. Mainzer und Dr. Rudolf Geiger, beide aus Frankfurt a. M., nach einander das Wort zu den Referatenüber die kommenden Rei ch s t a g s w a h l e n. Die Redner betonten die Notwendigkeit der Teilnahme der Juden am Wahlkampf, um die Antisemiten jeglicher Parteirichtung vom Reichstage fernzuhalten. Daher müsse jeder Jude nicht nur im Dienste der politischen Partei, welcher er seiner Gesinnung nach angehört, sondern auch und mit in erster Linie zur Beseitigung der offenen und verkappten Antisemiten Mitarbeiten. Ein derartiges Vorgehen der Juden sei keineswegs nur im eigenen Interesse zu beobachten, es sei vielmehr die Pflicht eines jeden Deutschen, der für Recht und Gerechtigkeit empfindet. Die Redner erörterten die Mittel und Wege, durch die man die Wahl von Judenfeinden verhindern könnte, und wiesen besonders auf die Nützlichkeit intensiver Arbeit der Ortsgruppen im Wahlkampfe hin, in welchem die persönliche Arbeit des Einzelnen unbedingt erforderlich sei. Die Redner