Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 4 (April 1911)
- Article
- An die deutschen Juden!
- Date
- 1911-04-01
- Page
- 178 (sequence 2)
- Language
- German
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178 Im deutschen Reich, gestellt werde«, um die Lügen, die non antisemitischer Seite fortgesetzt zur Verdächtigung des Judentums in die Wett geschleudert werden, im vollsten Lichte der Geffentlichkeit zu beleuchten. Die antisemitischen Agitatoren sollen in Zukunft nicht mehr in hetzerischer Weise die ältesten Märchen über Juden und Judentum unerfahrenen Wählern erzählen können, ohne befürchten z« müssen, Lügen gestraft zu werden. Ans liegt Araktionspolitik fern. Aber die Schmach, welche der Antisemitismus für unser Walerland bedeutet, mutz endlich getilgt werden, und hierzu bedarf es der energischen Unterstützung solcher Kandidaten, welche gegen den Antisemiten im Wahlkampf stehen. Zu einem solchen Kampfe gehören erhebliche Mittel, Sie wir aus unfern minimalen jährlichen Beiträgen nicht ausbringen können. Deshalb mutz ein Wahlfonds gesammelt werden. Wan macht die sehr beklagenswerte Erfahrung, datz von jüdischer Seite vielfach für allgemeine Zwecke, die unter Umständen bei praktischer Durchführung sich oft gegen die Juden richten, recht erhebliche Summenzusammengebracht werden. Dagegen ist gerade für die Kostspieligkeit unserer außerordentlich wichtigen politischen Kämpfe, die jedem einzelnen deutschen Juden erst die Grundlage seiner bürgerlichen Existenz sichern sollen, oft ein recht geringes Werständnis vorhanden. Das darf in Zukunft nicht mehr sein! Darum zeichne ein jeder für den Wahlfonds und gebe uns die Möglichkeit, für die Ehre und staatsbürgerliche Gleichberechtigung des Judentums nachhaltig und erfolgreich zu kämpfen. Die Uatfache, datz die antisemitische Agitation zum großen Feil aus den fast unerschöpflichen Guellen des Wundes der Landwirte gespeist wird, mutz unsere Areunde zu neuer und größerer Gpferwilligkeit als bisher anspornen. Der Worstand des Zentral-Wereins deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens. Ar. Korwitz.