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Im deutschen Reich · 1911-02-01 · Heft 2 (Februar 1911) · p. 108

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 2 (Februar 1911)
Article
L. W. in O.
Date
1911-02-01
Page
108 (sequence 2)
Language
German
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108 Im deutschen Reich. am Platze, die besonders bei Geschäfts verkaufen an Polen notwendig ist, wie sie geschadeter Borsall zur Genüge beweist. B. Berlin. Daß nicht nur die „Wahrheit", sondern auch das frühere Organ Bruhns, die „Staatsbürger-Zeitung", vorurteilsfrei sein kann, wenn es lohnt, das bewies u. a. die Aufnahme einer Reklamenotiz der Westmann scheu Konfektionshäuser, in der gesagt war: „Ist es doch zur Genüge bekannt, daß Westmann heute eines der bedeutendsten Häuser der Damen-Konfektionsbranche in Berlin: ist und bei feinen PreisnoLie rungen nur von dein Bestreben geleitet wird, billig 51t sein. Und gibt, es wohl ein schöneres Weihnachtspräsent an eine Dame, als ein schöner -Plüschmantel, ein fesches Kostüm oder ein reizender Abendmantel von Westmann?" In einem Leitartikel derselben Zeitung, „M i t t e l st a n d und P r e s s e", hieß es aber einige Tage darauf über das Weihnachtsgeschäft: „Wie sie alle heißen mögen, die Herren Warenhäusler und Edelsten der jüdischen Nation und Hauptgeldgeber des Hansabundes — sie alle, alle wissen, daß das Geld des Mittelstandes zu Weihnachten in ihren Kassen erklang und daß sie es sind, die zum Geburtstage des Weltenerlösers ihr Schäfchen ins Trockene brachten — kein Wunder schließlich bei all den Schafen, die ihnen dabei behilflich waren!" —- Edle Selbsterkenntnis der „Staatsbürger-Zeinlng", die durch fette Annoncen für manche der genannten Warenhäuser -Reklame machte, um wieder in bic W 0 ll e zu kommen! — Die Inserenten der „Staatsbürger-Zeitung" scheinen übrigens die Verbreitung des Antisemitenblattes zu überschätzen. In der Nummer vom 14. Januar jammert einer ihrer Freunde: „Auch ich möchte wünschen, daß sich alle Freunde unb Gesinnungsgenossen wieder zur „Staatsbürger-Ztg." finden möchten. Ich habe es oft bedauert, daß im Lause der Jahre sich so viele politische Freunde aus kleinlicher Nörgelsncht von imfem Zeirung wendeten. Richtiger wäre es wohl gewesen, alle hätten geschlossen hinter der Zeitung gestanden; da sind die „Borwürts"-Leute andere Kerle? Es wäre traurig, wenn unsere Zeitung einmal a n bei* Gesinnungslosigkeit der Gesinn u n g s - genossen zugrunde gehen miißte. -- Der Inseratenteil beweist schon jetzt, daß sie durch die Gesinnu ngs-

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