Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- E. R., Berlin
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 107 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316804-2316807--21257-2344549- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Briefkasten. 107 auseinander, daß nach der Sachlage, insbesondere nach einer in einer ähnlichen Sache gemachten Erfahrung ein Vorgehen gegen Kuhn sich nicht empfehle. Daraufhin teilte ans der Herr mit, er stehe auf dem Standpunkt, daß der Central- Verein verpflichtet sei, in allen Fallen, auch wenn die 'Aussichtslosigkeit des Vorgehens von vorherein feststeht, vorzugehen. Der gerechtesten Sache schaden aussichtslose Beschwerden! Es ist wunderbar, daß diese Erkenntnis in so viele Köpfe leider noch nicht eingedrungen ist! S. &.r Marburg. Wir halten es für dilrchaus richtig, daß sich unsere dortige Ortsgruppe wegen des antisemitischen Ausfalls des Bureauvorstehers, Herrn. Erdenberger, bei Getegenheit der Stadtverordnetenwahlen an die Herren Rechtsa iUxj ä l te I u st i z r a t H a n d s ch u h und A u L h , bei denen besagter Herr angestellt ist, beschwerdeführend gewandt hat. Cs ist in der Tat sehr bedauerlich, daß der Bureauvorsteher einer Anwaltfirma, die ciuci) Juden zu Klienten zählt, deren Interessen and) der BureanVorsteher zu vertreten hat, eine derartige antisemitische Aeußerung sich in der Oeffentlichkeit gestatten darf. Unverständlich ist es allerdings, daß die Herren Rechtsanwälte Handschuh und Auth a u f diese Beschwerde nichts haben von sich hören lassen. Wir glauben, daß diese N i ch taut wort für die j ii d i s ch e u ))\ e (h t s u ch e n den N-arourgs nicht ohne Interesse sein wird! €, XV. tit G. Der tu O st r o io o wohnende polnische Eisenlhändler ,F. Stobiecki gibt ein zu Reklanrezwecken geschaffenes Bilderbuch heraus, in dein unter einem Bilde in polnischer Sprache folgende Verse stehen: „Unser Stobiecki versteht zwar nicht, auf jüdische Art und Weise Geschäfte zu machrni, sondern ist nur fähig, jeden ehrlich zu bedienen." In dieser Art macht ein Mann Reklame, der sein Geschäft und seine Kundschaft seinem Vorgänger, dem jüdischen Kaufmann Sternberg, zu verdanken hat. — Die Lage unserer Glaubensgenossen in den östlichen Provinzen mit Polnischer Bevölkerung wird immer schwieriger. Durch den dort herrschenden politischen Kampf stehen sie im wirtschaftlichen Kampfe zwischen zwei Feuern. Je nach der politischen 'Stellung verfallen sie dem Boykott von deutschchristlicher oder polnischer Seite. Doppelte Vorsicht ist daher