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Im deutschen Reich · 1911-02-01 · Heft 2 (Februar 1911) · p. 101

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 2 (Februar 1911)
Article
[Ohne Titel]
Date
1911-02-01
Page
101 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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V c. r c i ns n a ch r i ch t e n. 101 er für ihr Zahlreiches Erscheinen herzlich dankte. Er wies darauf hin, wie notwendig uns Inden im Kamps um die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung ein Sammelpunkt sei, in dem sich alle Kräfte vereinen sollen, diesen Sammelpunkt könne und solle der Central-Berein bilden. Herr Rabbiner Dr. 35 e r n e x behandelte hierauf sein Thema „Die Judentaufen im Lichte der Wahrhaftigkeit" mit bewundernswerter Tiefe, Vielseitigkeit und rednerischem Glanze. Wir stehen, so führte er ungefähr ans, in einem Zeitabschnitt, in dem die Jndentanfen besonders häufig sind. Als denkende Menschen haben wir uns nach den Gründen Zn fragen, die die Täuflinge Zum Uebertritt ins Christentum bewegen. Abgesehen von seltenen Ausnahmen sind es nicht religiöse Bedenken, sondern gesellschaftliche Gesichtspunkte, auch Liebe und Hunger, nicht Zuletzt krankhafter Ehrgeiz, die die Trennung des Täuflings von seiner Glaubensgemeinschaft herbeiführen. Wenn der Täufling den ganzen Dogmenschatz des Christentums, der viel reicher ist als der unseres Bekenntnisses, nicht aus Ueberzeugung anerkennt und glaubt, so begeht er durch die Taufe einen Schritt, der im Lichte der' Wahrhaftigkeit durchaus zu verabscheuen ist. Besonders bedauerlich sind die Kindertaufen, die gewöhnlich zwischen Eltern und Kindern in späteren Jahren eine junüberbrückbare Kluft 'schaffen. Tief traurig ist es, zu beobachten, daß die Täuflinge im Staate rascher und weiter vorwärts kommen, und daß der Staat auf diese Weise die innere Unwahrhaftigkeit der Täuflinge belohnt und die glaubenstreuen Juden zurücksetzt. Gegen dieses Vorgehen gilt es ernsten Protest zu erheben. Langanhaltender, rauschender Beifall dankte dem verdienten Redner. Herr Landtagsabgeordneter, Notar und Rechtsanwalt I)r. Cohn -D e s s a u, vervollständigte hiernach das von feinem Vorredner vorgeführte Gemälde mit zahlreichen interessanten Einzelzügen. Er richtete einen lebhaften Appell an alle Anwesenden: „Auf zum Kampfe gegen die getauften Juden!" rief er ihnen zu. Wir dürfen dieser Bewegung nicht tatenlos gegenüberstehen. Tatkräftig müssen wir den Kampf gegen sie aufnehmen, einen Kampf nach innen und nach außen. In unseren Reihen muß die Gleichgiltigkeit überwunden werden, wir haben uns daher mit dem erhabenen Inhalt jüdischer Lehre

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