Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 97 (sequence 2)
- Language
- German
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Vereinsna ch r i ch ten. 97 im ganzen nur 2. oder 3 — angestellt sind — an unseren diealfdjuien und Ober-Realschulen ist überhaupt kein Lehrer israelitischen Glaubens angestellt. In Berlin sind dagegen an den städtischen Schulen 65 Lehrkräfte israelitischer Konfession angestellt. Ich will durchaus keine Anklage noch Vorbringen, ich wünsche nur zunächst, daß der Magistrat Aufklärung darüber gibt, ob hier keine Bewerbungen von Lehrern oder Lehrerinnen jüdischen Glaubens Vorgelegen Haben." — Diese Schilderung, die nach unseren Informationen den Tatsachen entspricht, hätte vielleicht eine zweckmäßige Ergänzung u. a. durch die Mitteilung gefunden, daß auf der chirurgischen Abteilung des st ä d ti s chen Kr ankenhauses seit 10 Jahren kein Jude mehr Assistenzarzt gewesen ist. Mit Antisemitismus hat das „natürlich" „beileibe" nichts zu tun! Immerhin geben solche Zustände einen Vorgeschmack von der Parität, die an der demnächst zu gründenden F r a n k f lt r t c r Universität bei der Berufung und Anstellung von Lehrkräften, insbesondere der Ordinarien herrschen werden. In wohl eingeweihten Kreisen munkelt man darüber schon jetzt recht interessante Dinge. * UereinsnachrLchteu. — Wiederum frnd wir durchdie Hinterbliebenen zweier hochgeachteter Vereinsmitglieder in die Lage versetzt worden, diese als immerwährende Mitglieder in unseren Listen weiter zu führen und ihre Namen in die Gedächtnistafeln einzutragen. Das eine Mitglied gehörte lange Jahre hindurch dem Vorstand unserer Ortsgruppe Berlin 2. und 30. an, das andere dem Vorstand unserer Ortsgruppe Breslau. — Im Anschluß an unfern Bericht über die „Rheinischwestfälische Woche" (Seite 7 unseres Januarheftes) verweisen wir darauf, daß der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens die in letzter Zeit durch verschiedene Tageszeitungen und Witzblätter erfolgten Angriffe auf Einrichtungen der katholischen Kirche entschieden mißbilligt, aber zu ihrer Abstellung nichts veranlassen kann, weil ihm jeder Einfluß auf die in Frage kommenden Zeitungen fehlt.