Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Diedenhofen
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 96 (sequence 2)
- Language
- German
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96 Im deutschen Reich. hat zu dem Gerücht Anlaß gegeben, er habe sich aus Ueberdruß am Militärdienst, der ihm durch die Hänseleien seiner Kameraden verleidet wurde, das Leben genommen. Nach einer anderen Meldung soll sich aber Geißmann beim Putzen eines Revolvers den tödlichen Schuß versehentlich beigebracht haben. S Breslau, 13. Januar. Mit großer Mehrheit ist in der gestrigen Sitzung der hiesigen Stadtverordneten die jAnstellung von drei jüdischen Lehrern und einer Lehrerin an den Breslauer städtischen Volks - schulen genehmigt worden. Im wesentlichen soll den jüdischen Lehrkräften die Erteilung des Religionsunterrichts an jüdische Bolksschüler obliegen. O Fxaukfnxt a. M., 10. Januar. Wie wenig „paritätisch" selbst seitens der städtischen Schulbehörden in Frankfurt a. M. bei der Anstellung von Lehrern an h ö Here n S ch ulen, ja sogar bei der Ausnahme von Schülerinnen in das städtische Lehrerinnen- Seminar, verfahren wird, geht aus Beschwerden hervor, die der freisinnige christliche Stadtverordnete G o l l bei der Beratung des städtischen Etats vorbrachte. Wir zitieren sie nachfolgend aus dem „General-Anzeiger der Stadt Frankfurt": In bezug auf die Schulen seien ihm verschiedene Klagen zugegangen, daß der Magistrat cs an der nötigen Parität f e h l c n l et s s e. Sie sollen j ü - d i s ch e S cf) il lerinn e n nur sehr schwer Eintritt in das st ä d t i s ch e L e h r e r i n n e n s e m i n a r erhalten können. „Ich unterlasse" — fuhr der Redner fort — „darauf hinzuweisen, daß zweifelsohne nicht unwesentliche Summen bei der Begründung und Erhaltung vieler gemeinnütziger und wohltätiger Anstalten seitens unserer Mitbürger israelitischer Konfession beigetragen worden sind und werden. Ich erkläre es für ein Unrecht, denn die Studienanstalt unddas Lehrerinnen-Seminar werden von der. gesamten Bürgerschaft erhalten, und dazu gehören auch ohne Zweifel doch unsere israelitischen Mitbürger. Diese Zurücksetzung ist aber um so ungerechter als die beiden israelitischen Realschulen von den jüdischen Gemeinden erhalten und in dieser Weise der Stadt große Summen von Ausgaben gespart werden. Auffallend ist es ferner, daß in den hiesigen höheren Schulen nur ganz roenige Lehrer jüdischer Konfession —