Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1911)
- Article
- Gießen
- Date
- 1911-02-01
- Page
- 95 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 95 Mitglied der zweiten hessischen Kammer war, ist am 10. d. M. an Herzschlag gestorben. Obwohl er den Reichstag selten besuchte, sorgte seine Agitationskraft und die straffe Organisation seiner Freunde wie die parteipolitische Situation seines Wahlkreises dafür, daß er immer wieder in den Reichstag gewählt wurde, dem -er von 1893—1903, dann wieder von 1907 an angehört hat. Köhler erhielt 1907 im ersten Wahlgang 9017 Stimmen, der Nationalliberale Hehligenstedt 7484, der Sozialdemokrat Krumm 6396. In der Stichwahl siegte dann Köhler mit 11543 gegen 10 575 Stimmen. Der Wahlkreis könnte jetzt sehr gut von liberaler Seite gewonnen werden. O. £anhan, 6. Januar. In einer Versammlung der pfälzischen Viehhändler war zur Sprache gekommen, daß der Schlachthofdirektor B e z i r k s t i e r a r z t Feil in Landau sich'über die jüdischen Viehhändler abfällig geäußert habe, worauf beschlossen wurde, über den Landauer Viehmarkt den Boykott zu verhängen, wenn Feil seine beleidigenden Aeußerungen nicht zurücknehme. Feil war bereits im Jahre 1903 mit den Landauer Metzgern in Konflikt geraten: er hatte damals gegen sämtliche Meister Beleidigungsklage erhoben, die zur Verurteilung der Beklagten führte. Er hat nun seine Stelle zum 1. April gekündigt; die Untersuchung soll aber gegen ihn im Gange sein. A Lxeihuxg i. V., 2. Januar. In einigen süddeutschen Blättern wurde kürzlich in einer „W a r n u n g" überschrieb euer Notiz behauptet, daß eine jüdische Firma in Würzburg Postkarten für einen K i r ch enb au in Alt en ft etten bei Zürich massenhaft verbreite. Es wurde hinzugefügt, man solle, statt diese unwürdige Industrie zu unterstützen, seine Gabe dem Bonifazius-Verein zuwenden, der für alle nach Kräften besorgt sei. Einzelne Blätter mußten bald darauf die Behauptung, daß die organisierte Kirchenbettelei von einer jüdischen Firma betrieben werde, berichtigend mitteilen, oaß es sich um den Ettlingerstchen Verlag handle, dessen Inhaber, ein Herr Wilhelm Ott, weder Jude ist noch von Juden stammt. cf Dieöenhofen, 9. Januar. Der „Lothringer Bürgerzeitung" wird aus Dörnach berichtet: „Der Tod des 21 Jahre alten jüdischen Infanteristen I s a k G e i ß m a n n