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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 170

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
[Rezension]
Date
1911-03-01
Page
170 (sequence 2)
Language
German
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170 Im deutschen Reich. macht und darauf verwiesen, daß außerhalb der Grenze des deutschen Reiches Millionen Juden leben, mit denen man sich in deutscher Sprache verständigen kann. Wenn auch die meisten im Ausland lebenden Inden das wenig bekannte Juden- Deutsch als Muttersprache haben, dürften doch auch die ein reines Deutsch sprechenden Ausland-Juden nach Millionen zahlen. Mit Rücksicht daraus, daß Stützpunkte der Sprache zugleich solche für den Handel und mit der Sprache große geistige Interessen verbunden sind, sei die Frage, inwieweit die Sprachgemeinschaft auch einer Interessengemeinschaft dienstbar werden könnte, der Erwägung wert. Die Entscheidung darüber, ob das Jüdisch-Deutsch in das Gebiet der deutschen Sprachbestrebungen einzubeziehen sei, liege bei der Praxis. Jeder Deutsche, der in Ost-Europa durch die Unkenntnis der Landessprache in Verlegenheit geraten sei, werde aber bestätigen, daß es ihm willkommen war, irgendeinen Juden anzusprechen, um verstanden zu werden und Auskunft zu bekommen. Die Veröffentlichungen des „Vereins für das Deutschtum im Ausland" haben schon wiederholt dargelegt, wie erheblich das jüdische doppelsprachliche Element in deutschen Auslandsschulen vertreten sei. An vielen Orten im Ausland bestehen jüdische Schulen mit deutschem Sprachunterricht, während namentlich in England und Nordamerika der einseitig konfessionelle Charakter des Unterrichts in deutschen Schulen jüdischen Kindern den Besuch dieser Schulen unmöglich macht. Gegen die allzu sehr vorwiegende Förderung der französischen Sprache in Kleinasien und Nordafrika durch die Alliance Jsraelite Universelle seit aus deren Mitte von deutscher Seite Widerspruch erhoben worden. Wenn das Handbuch des Deutschtums im Auslande 11 Millionen Deutschsprechende angenommen habe, heiße das nicht, daß diese 11 Millionen kein Englisch redeten. Wer lange in Nordamerika gelebt habe, wisse, daß bei vielen dieser Deutschredenden das Deutsche erst die zweite Sprache sei. Die wirtschaftliche Wichtigkeit der Erhaltung und Erweiterung des eigenen Sprachgebietes werde weder in Deutschland noch in anderen Kulturländern unterschätzt, aber nicht minder wichtig sei die Frage des Verhältnisses zwischen Volk unb Volk. Der Verfasser betont deshalb am Schluß seiner

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