Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 3 (März 1911)
- Article
- A. K., Frankfurt a. M.
- Date
- 1911-03-01
- Page
- 167 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten. 167 besonders markiert. Herr Trebst glänzt wiederum in unserer Liste der Apotheker, die jüdische Angestellte boykottieren. Hoffentlich sind die in seiner Nähe wohnenden Frankfurter Juden charaktervoll genug, Herrn Trebst fühlen zu lassen, daß sie den Ausschluß jüdischer Angestellten auch als eine Beleidigung seiner'jüdischen Kunden betrachten. * G. p., Stuttgart Der Verein württembergischer Viehhändler in Cannstatt hat in schlagfertiger Weise Abwehr geübt, als das ultramontane Stuttgarter „Deutsche Volksblatt" die Behauptung aufgestellt hatte, der jüdische V i e h h ä n d l e r r i n g habe nachgewiesenermaßen das Fleisch verteuert. Er erließ im „Beobachter" die Erklärung: „Jnsolange das „Deutsche Volksblatt" nicht in der Lage ist, uns zu sagen, in w e l ch e m Staate im Deutschen Reiche ein solcher Ring von jüdischen V i e h - h ä n d l e r n besteht, der sich die Fleischverteuerung zur Aufgabe stellt, erklären wir die obengenannte Behauptung als eine böswillige und verleumderische Unterstellung." Darauf hat das „Volksblatt" ebensowenig reagiert als auf die öffentliche Anfrage: „Um wieviel liefert die unter Leitung des katholischen Pfarrers Keilbach stehende „Oberschwäbische Biehverwertungs-Zentrale" das Fleisch wohlfeiler, als die jüdischen Viehhändler?" — Wiederholt haben uns Firmen, deren Gesuche nach ch r i ft l i ch e rn P e r s o n a l wir gerügt haben, auf Grund unserer Anfragen mitgeteilt, daß sie in ihren: Geschäftsbetriebe auch Juden anstellen. Trotzdem sind die von ihnen in dieser Form aufgegebenen Inserate durchaus geeignet, Mißtrauen und den Verdacht antisemitischer Gesinnung zu erwecken. Wir bitten deshalb unsere Mitglieder, uns auf derartige Inserate stets aufmerksam machen zu wollen oder, falls sie mit den Inserenten in Geschäftsverbindung stehen, die betreffenden Firmen zunächst selbst auf das Unpassende dieses Vorgehens hin zu weisen.