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Im deutschen Reich · 1911-03-01 · Heft 3 (März 1911) · p. 162

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
17 (1911)
Issue
Heft 3 (März 1911)
Article
B. R., Berlin
Date
1911-03-01
Page
162 (sequence 2)
Language
German
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162 Im deutschen Reich. Lassalles glaubt, der ist so weltfremd, daß ihm besser die E r z i e h u n g junger Leute genommen wird, zumal bei einem Stande, wie die Theologen, denen zu oft, und leider häufig nicht ohne Grund, Unkenntnis der einfachsten Dinge vorgeworfen wird — wie das Beispiel des Herrn Lizentiat Dunkmann beweist." — Wenn es nach dem Sinne der Antisemiten ginge, mußte der christliche Direktor wegen einer so harmlosen Aeußerung sein Amt einbüßen! - j). T., Venlin. Die Lektüre der „Staatsbürger-Zeitung" ist im allgemeinen gewiß kein Vergnügen, aber dann immer ergötzlich, wenn ihr Zorn gegen einen Arier emporlodert, der einen Juden vorurteilslos beurteilt oder gar lobt. Vor einiger Zeit wütete sie gegen Herrn v. P e r - fall und bezeichnete ihn als einen deutschen Freiherrn, der sich „zum Barden des Judentums gemacht" und der hebräisch-deutschen Literaturrichtung eine Hymne gesungen habe. Nun wehklagt sie: „Perfall steht nicht allein! August Scherl kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, uns in Constantin v. Zedlitz ein Gegenstück präsentiert zu haben. Sir Ernest Cassel ist es, der den deutschen Edelmann v. Zedlitz zu einer Judenverherrlichung verleitet hat, die selbst die Leistung des Freiherrn von Perfall noch überstrahlt. Wie tief muß doch die Bewunderung, wie groß die „Vorurteilslosigkeit" dieses deutschen Edelmannes Zedlitz gegenüber der hebräischen Rasse sein, daß er sich nicht scheut, in einem Blatte der Reichshauptstadt des Landes, das seine Väter in den Adelsstand erhob, also edel machte, ihm so rückhaltlos zu Füßen zu sinken. Sicher spricht kein Neid aus seinem Lob g es an g, sondern nur grenzenlose Bewunderung und der Wunsch, es Herrn Cassel, dem „deutschen" Landsmann, nachzutun. Wie wäre es, wenn Herr oCnstantin v. Zedlitz seinen deutschen Adelablegte und sich durch einen kleinen rituellen Akt Aufnahme in die „Adelsrasse der Welt" verschaffte?" — Dieser Wutanfall des Antisemiten-Moniteurs ist so urkomisch, daß er gewiß auch Herrn v. Zedlitz eine frohe Minute bereitet haben wird!

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