Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 56 (sequence 20)
- Language
- German
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56 Im deutschen Reich. Handelsrandes für die Geschäfte des Bundes der Landwirte einfängt, die ihre Vertrauensmänner mit antisemitischer Gesinnung und eineni falschen Rassendünkel erfüllt und damit zu unparteiischen Kaufmannsrichtern unfähig macht, die ihre Mitglieder zu Mißtrauen und Haß gegen jüdische Kollegen und Prinzipale erzieht und sich deshalb nicht wundern darf, wenn wir jüdische Prinzipale über die Machenschaften des D. H. B. fortlaufend in voller Qeffentlichkeit aufklären. Die Herren Blobel, Roth und Hans Bechly mögen sich gesagt sein lassen, daß unsere Aufklärungsarbeit nicht bloß in den Zeiten der Wahl stattfindet, sondern, daß sie nicht geruht hat und nicht ruhen wird, so lange wir sie für nötig halten. Der prahlerisch ausgerufene „Siegeslaufs des „D. H. V." ist denn auch an den Orten, an denen unsere Mitglieder den Ernst der Lage erkannt und unsere Anregungen befolgt haben, zum Stillstand gekommen. Das Geschrei der Herren vom Hamburger Holstenwall ist nur die Quittung für diese Leistung unserer Freunde. % G. G. Berlin, Der Feuilleton-Redakteur der „Köln. Zeitung", F r e i h e r r v. P e r f a l l, hat im Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Cöln einen Vortrag über das „Judentum und die moderne Literatur" gehalten, in dem er den befruchtenden Einfluß der jüdischen Schriftsteller auf Presse und Theater, und den Anteil, den das jüdische Publikum an der Literatur nimmt, würdigte. Der Bericht der „Köln. Ztg." über diesen Vortrag hat, wie zu erwarten war, die antisemitische Presse in eine überaus kornisch wirkende Wut versetzt; die anscheinend von der deutschen Literatur der Gegenwart nur Bartels, Bewer und Liebermaun schätzende „Staatsbürger-Zeitung" phantasiert in einer Notiz, welche die Ueberschrift „Ein Deutscher als Barde des Judentums" hat, und macht die jüdischen Zeitungen auf den „vorurteilslosen Freiherrn" aufmerksam, wofür sie dem Antisemiten-Monitenr gewiß sehr dankbar find.