Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 17 (1911)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1911)
- Article
- Die Rheinisch-Westfälische Woche
- Date
- 1911-01-01
- Page
- 14 (sequence 8)
- Language
- German
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14 Im deutschen Reich. später im Wortlaut unseren Ortsgruppen zugänglich gemacht werden kann. Nachdem der Syndikus des Vereins der Delegiertenversammlung noch eine Reihe vertraulicher Mitteilungen über Ereignisse der letzten Zeit gemacht hatte, wurde in die Diskussion eingetreten, die dazu führte, daß über eine große Reihe non Punkten eine eingehende Aussprache unter den Delegierten stattfand. Insbesondere wurde von verschiedenen Seiten hervorgehoben, daß es erforderlich sei, gegen das Treiben einer Reihe als jüdisch geltender Zeitungen und Witzblätter vorzugehen, die ab und zu — unabhängig von der Politik — in durchaus nicht zu billigender Weise .Einrichtungen der katholischen Kirche zum Gegenstand unberechtigten Spottes machten. Zwar wurde anerkannt, daß das Judentum als solches mit solchen Angriffen, die noch dazu in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle von Nichtjuden ausgehen, nicht das Allergeringste zu tun habe, daß aber aus das Schärfste betont werden müsse, daß die deutschen Juden ebenso die taktlosen Angriffe gegen andere Religionen für durchaus tadelnswert hielten, wie sie ihrerseits die Achtung ihrer eigenen religiösen Einrichtungen verlangten. Andererseits wurde aber auch darauf hingewiesen, daß die Zentrumspresse sich daran gewöhnt habe, jeden politischen Angriff liberaler Organe gegen das Zentrum als Angriff auf die Kirche und ihre Einrichtungen darzustellen, und daß fer'ner ultramontane Blätter wiederholt an sich gewiß bedauerliche Einzelfälle ohne Grund der Gesamtheit zur Last gelegt hätten. Endlich verdient noch hervorgehoben zu werden, daß man allenthalben damit einverstanden war, daß der Verein es seinen Satzungen gemäß verhüten müsse, als Anhängsel einer einzelnen politischen Partei zu gelten. Wir müssen darauf Wert legen, daß unsere Mitglieder je nach ihrer Ueberzeugung bei allen politischen Parteien Platz finden können, und es wäre deshalb gänzlich verfehlt, unseren Mitgliedern eine bestimmte politische Partei zu empfehlen. Die Diskussion gab Gelegenheit, auch noch über eine große Reihe anderer Punkte Klärung zu schaffen. Die Anregungen der einzelnen Redner werden dem Vorstand des Gesamtvereins und des Landesverbandes für Rheinland und