Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- Aus Amerika
- Date
- 1910-11-01
- Page
- 765 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316802-2343947--20975-2344040- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Vermischtes. J(i)0 Bundes beiwohnen zu »dürfen, der so viel Gutes geleistet hat. Es ist mir dies ein um so größeres Vergnügen, als ich gleich dem Präsidenten den Vorzug habe, sehr viele Juden zu meinen persönlichen Freunden zu zählen... In England wird niemand wegen seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben irgendwie zurückgesetzt. Ich bin hierauf stolz. Ebenso kann ich mit Stolz erklären, daß es keine besseren Menschen gibt, die wir höher achten, und die wegen ihres Charakters und ihrer persönlichen Eigenschaften sich einer größeren Wertschätzung erfreuen, als die Angehörigen Ihrer Glaubensgemeinschaft in England . . . Ich wünschte, die Länder, in denen diese Grundsätze der Freiheit und Gleichheit noch nicht völlig unerkannt sind, würden einsehen, wie viel sie durch ihre Intoleranz verlieren." Redner schloß mit dem Ausdruck der Freude über die Verpflanzung des Ordens nach England und knüpfte daran den Wunsch, daß der Orden sich dort ebenso segensreich entwickeln möge wie in den Vereinigten Staaten. Unter den weiteren Reden der Gäste war besonders die von Wendell P. Stafford bemerkenswert, denn er sprach übÄ den Anteil Israels an der Ausbildung der Gerechtigkeitsidee. Seine Rede war ein Hymnus auf das Judentum; sie schloß mit den begeisterten Worten: ,,Den Juden verdankt das Menschengeschlecht seine Auffassung von Recht und Gerechtigkeit!" Das Festbankett, das zwölf Redner mit geistreichen Trinksprüchen würzten, erreichte erst um 1 Uhr nacht sein Ende mit dem allgemeinen Gesänge der amerikanischen Volkshymne. Zur bleibenden Erinnerung an die Großlogentagung hat der Präsident Taft jedem, der 81 Delegierten seine Photographie mit eigenhändiger Unterschrift überreichen lassen, nachdem er die Brüder mit ihren Damen tags zuvor im Weißen Hause in feierlicher Audienz empfangen hatte. Die Tagung selbst dauerte fünf Tage, die in angestrengter Arbeit dahingingen. Am Abend des ersten Tages fand im Tempel der 8. Straße Festgottesdienst statt, bei welchem der erste Vizepräsident unseres Ordens, der ungemein verdienstvolle Br. Lucius L. Solomons aus San Francisco über das Thema „Israel — ein Bruderbund?" pred'gte. Am Vor-^