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Im deutschen Reich · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. 756

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
M. C. Berlin
Date
1910-11-01
Page
756 (sequence 2)
Language
German
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756 deutschen Reich. in der Zeitschrift „Die praktische Berlinerin" als „Christliches Geschaf t" empfohlen hast dürfte dies bei einer wirklich praktischen Berlinerin kaum besonderen Anklang finden. Eine solche Frau kaufst ohne sich um die Religion des Verkäufers zu kümmern, wo sie gute Ware preiswert bekommt. SL, Magdeburg. Die Direktion des dortigen Zirkus würde sicher auf die Empfindungen der jüdischen Zirkusbesucher Rücksicht nehmen und den doch sicher nur eingefleischte Antisemiten ergötzenden Clownspaß in ihrem Programm streichen, wenn ihr die jüdischen Besucher so lange fern blieben, wie ihnen derartiges geboten wird. Daß dort im vorigen Jahre ähnliche Witze eines Komikers, der einen jüdischen jungen Mann darstellen sollte, wahre Lachsalven der jüdischen Theaterbesucher veranlaßten, ist beklagenswert. Unfern Glaubensgenossen sollte es nie gleichgiltig sein, wenn man „den Juden" zum Ziel des Witzes nimmt. Solche Varietes, Kabaretts — und Theater, die derartiges lieben, sollte man ruhig den antisemitischen Besuchern überlassen. Auch hier in Berlin zeigt sich in solchen Fällen noch zuweilen ein beklagenswerter Mangel an Selbstgefühl; sonst würde kein Schauspieler in der Lage sein, in einer „Revue" Parallelen zwischen „Leutnants und Rabbiner" zu ziehen. Rk D., Magdeburg. Die „Staatsbürger-Zeitung" hat am 9. Juli an die Tatsache, daß sich zurzeit in der französischen Armee zwei aktive jüdische Generäle befinden (der Divisionsgeneral Velabregue und der Brigadegeneral Heymann), die alberne Bemerkung geknüpft: „Kein Wunder dann die täglichen Meutereien französischer Truppen." p. £., Erfurt. Der von Adolf Bartels aus Weimar kürzlich in Berlin gehaltene Vortrag über „Die deutsche Literatur und das Judentum" hat selbst in Kreisen, die nichts weniger als judenfreundlich gesinnt sind, und Bartels eine gewisse Bedeutung zuerkennen, Mißfallen erregt. So haben z. B. die „Deutschen Nachrichten" einen Bericht veröffentlicht, in den: u. a. gesagt wurde: „Die Versamm-

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