Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- Köln
- Date
- 1910-11-01
- Page
- 748 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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748 Im deutschen Reich. nicht erfüllt. Wie kann der Ausschuß so verblendet sein, nach solchen Ankündigungen den Beitritt anständiger und selbstbewußter Elemente zu erhoffen? Wer wird sich denn von diesen an einem solchen Spionagesystem beteiligen und sich selbst einem solchen aussetzen?! Auch die Theater und die Hochschulen sollen überwacht werden, damit keine Juden mehr Theaterdirektoren werden oder doch wenigstens entlarvt werden urtb damit die Geschichts- und LiLeraturprosessuren in sichern Händen bleiben oder'in solche kommen. Kurz, ein Konkurrenzkampf i nt modernen Staate der Gleichberechtigung, in dem jedes Mittel gut und billig ist. Denn der Jude ist eben an sich ein Verbrecher und ein Volksschaden, und der Jude wird verbrannt. Mag auch ein Mann wie Bartels in seiner blinden Wut es ehrlich meinen und deshalb an einen reinen Erfolg glauben, so scheint es dem Draußenstehenden doch ziemlich sicher, daß hier ein Interessent) erband wenig leistungsfähiger und die Konkurrenz semitischer Schriftsteller fürchtender Schriftsteller zustande kommen wird. Wir wenigstens können uns nicht denken, daß bedeutendere Persönlichkeiten diese Kampfweise mitmachen und sich um derentwillen persönlich so unwürdig binden werden/' Hamburg, 15. Okt. Unter der Ueberschrift „Juden als Armeelieferanten" veröffentlichte im Mai d. I. das unter dem weitesten Ausschluß der Öffentlichkeit erscheinende Antisemitenorgan „Deutsche Soziale Blätter" einen Artikel, in dem eine uralte Liste von jüdischen Händlern und Fabrikanten, die „wegen Bestechung, Betrugs, Unreellität, Unzuverlässigkeit von allen Lieferungen und Leistungen für die Heeresverwaltung ausgeschlossen werden", aufgeführt wird. In den daran geknüpften Betrachtungen über die Schädlichkeit des Judentums heißt es u. a. in dem geschmackvollen, antisemitischen Jargon: „Jeder Lump, dem Ehr' und Gewissen fehlt, hat sich den Juden zum Vorbild gewählt!" Wiederholt wird von „Korruptionsjuden" gesprochen, und am Schluß dieser „journalistischen" Glanzleistung heißt es: „Der gefährlichste und verbreitetste Korruptions-Bazillus ist bekanntlich in Deutschland der Jude." Die in der Liste aufgeführten Firmen Gebrüder Schwarzenberger-Fürth und Gebrüder Weinberger-Nürnberg stellten wegen verleumderischer