Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- Die Juden und die deutschen Kolonien
- Date
- 1910-11-01
- Page
- 725 (sequence 3)
- Language
- German
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Soldatennnßhandlungen. Die meisten jüdischen Bewohner Südwestafrikas sind junge rüstige Leute, die sich einen bescheidenen Wohlstand erworben haben; nur wenige, namentlich in Swakopmund, sind verheiratet. Von Antisemitismus ist in der Kolonie wenig zu spüren, da die jüdischen Ansiedler meist ein recht erwünschtes Element darstellen und Handel und Verkehr wesentlich gefördert haben. Allerdings darf nicht verhehlt werden, daß wie in der christlichen, auch in der jüdischen Bevölkerung sich schlechte Elemente finden, die namentlich die Diamantenfunde der letzten Jahre meist aus der Kapkolonie herbeigelockt haben. Fassen wir das Gesagte zusammen, so läßt sich immerhin ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Juden auch am deutschen Kolonialleben seftstellen, wie das Vorhandensein und stete Wachsen der jüdischen Bevölkerung Südwestafrikas beweist. O. A. SokdatenmWandkungen. An der Gestaltung der Kriegsakademie, deren Jahrhundertfeier unmittelbar auf das Berliner Universitäts- Jubiläum folgte, hatte General S ch a r n h o r st bekanntlich den größten Anteil. Das Fundament für die von ihm bewirkte Neugestaltung des preußischen Heeres bildete die Bestimmung seiner Wehrversassung: „Alle Bewohner des preußischen Staates sind geborene Verteidiger d e s s e l b e n", und das von ihm erlassene Reglement, daß in Friedenszeiten Kenntnisse und Bildung, in .Kriegszeiten ausgezeichnete Tapferkeit und Ueberblick alle Individuen aus der ganzen Nation zu Offiziersstellen befähigen. In seiner „Verordnung wegen der Militärstrafen" war aber auch eine für das Heereswesen ebenso heilsame Bestimmung enthalten: „Die höheren Befehlshaber und die der Kompagnien und Eskadrons sind dahin verantwortlich, daß ihre Untergebenen weder den Soldaten auf eine rohe Art behandeln, noch sich fernerhin das' hier und da übliche Schimpfen erlauben." Heute, nachdem hundert Jahre verflossen sind, scheinen leider die Mißstände, die General Scharnhorst im Heereswesen beseitigen wollte, weiter zu be-