Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- München
- Date
- 1910-10-01
- Page
- 692 (sequence 2)
- Language
- German
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692 Im deutschen Reich. noch zu krönen. Aber die Langmut Gottes scheint zu Ende gewesen zu sein; es griff eine höhere Macht ein und setzte diesem empörenden Frevel selbst die Krone auf, die fürchterliche Feuerkrone, unter der am selben Feste, den 15. August 1910, das ganze Hotel am Karersee, das solche infame Lästerer in seinen Mauern barg, bis auf den Grund zusammenbrannte.. Daß die Verwaltung dieses Hotels oder das Dienstpersonal über diesen Skandal nicht besonders informiert worden sei, wollen wir gerne zugeben. Wie zahllos die Gnadenerweise Mariens sind gegen die Verehrer, so weist auch die Geschichte kaum auf einem Gebiete zahlreichere Beispiele göttlicher Strafgerichte auf, als wenn gegen sie gefrevelt wurde. Hier haben wir ein neues Beispiel dafür." Der Vorsitzende des Vereins der Alpenhotels'in Tirol, der Landtagsabgeordnete Di*. Theodor Christomanos, hat dagegen folgendes berichtet: „Die bei dem Direktor des Karersee-Hotels, Victor Bardy, und dem Kurvorsteher, Herrn Dr. Sebastian Huber, in Meran, dem ständigen Arzte des Hotels, eingezogenen Erkundigungen haben ergeben, daß die Notiz des „Tiroler" von Anfang bis Ende vollkommen erfunden ist und jedweden Substrates entbehr t. Es handelt sich zweifellos um eine böswillige Verleumdung unseres Karersee-Hotels, die nicht nur geeignet ist, dieses Haus, sondern den Fremdenverkehr überhaupt zu diskreditieren. Der geistliche Herr, der den katholischen Gottesdienst in der Hauskapelle des Karersee-Hotels besorgte, vielfach mit den Gästen des Hauses verkehrte und sich bei den Rettungsarbeiten wacker und in hervorragender Weise beteiligte, wird Ihnen dies ebenfalls bestätigen. Leider war er heute von Meran abwesend." Barnberg, 20. September. Am 11. September wurde hier die neuerbaute prächtige Synagoge mit einer Feier eingeweiht, die zu erkennen gab, daß in Bamberg das Verhältnis der Anhänger der verschiedenen Religionen zu einander durchaus ungetrübt und vortrefflich ist. Die Beteiligung von geistlichen und weltlichen Behörden ließ erkennen, daß die Drachensaat des Antisemitismus hier glücklicherweise wenig Wurzel geschlagen hat. A Budapest, 20. September. Dem „Pester Lloyd" wird aus Odessa berichtet: „Der hiesige Bürger-