Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-10-01
- Page
- 688 (sequence 7)
- Language
- German
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688 Im deutschen Reich. (Sittuutrf schließlich zur Annahme gelangte, der andere von dem Kreisverein Essen. In der Judenfrage verlangt der Entwurf Behrens und Mumm: „Ausschluß der Juden aus allen obrigkeitlichen Aemtern und vom Offiziersstand, Zulassung der Juden zu anderen Aemtern und zur Rechtsanmalchchaft nach dem Bevölkerungsverhältnis. Verhinderung des Ueberwucherns der Juden in den christlichen höheren Knaben- und Mädchenschulen und der jüdischen Lehrkräfte an den Hochschulen." Der Entwurf des Essener Kreisvereins faßte dieselben Forderungen nur etwas kürzer zusammen, mar aber von demselben reaktionären Geist durchweht. cf Hagnau r. Sä>l.f 1. September. Das hiesige „Stadtblatt" berichtet, der Vorstand der Ortsgruppe Hagnau des Deutsch-nationalen H a n d l u n g s g e h i l s e n - V e r - band es habe ihm geschrieben, es feien nur deutsch-nationale Handlungsgehilfen gewesen, die alle erforderlichen Schritte zur Herbeiführung des Achtuhr-Ladenschlusses unternommen und bei den Geschäftsinhabern die Unterschriften gesammelt hätten. Dazu bemerkt das „Stadtblatt": „Zugegeben, daß die deutsch-nationalen Handlungsgehilfen diesmal jene Dienste bei der Beschaffung der Unterschriften leisteten, ist doch die Tatsache nicht umzustoßen, daß der Boden für die endliche Herbeiführung eines früheren Ladenschlusses in Haynau schon seit langer Zeit vom Verein der Deutschen Kaufleute und ganz besonders auch vorn Verein der Kaufmannschaft mit Fleiß bearbeitet worden ist. Und auch die P r esse darf beanspruchen, daß man ihre aufklärende Tätigkeit in dieser Sache nicht übergeht." * Marburg, 12. September. Hier hat sich ein a ka dein i s ch e r S t a m m tisch gebildet und mit dein Namen „Jrminful" geschmückt. Trotzdem nur „Deutsche arischer Abstammung" beitreten dürfen, will der Stammtisch seinen Mitgliedern erst das Verständnis für die völkische, wirtschaftliche und Rafseaufgaben unserer Zeit beibringen. Die „Deutsch-Sozialen Blätter" haben sich über diese Gründung dahin geäußert, es sei zu begrüßen, daß Studenten aus Mittelstandskreisen, „denen ein Verbindungsleben zu kostspielig ist, sich auf solche Art zusammentun, um ihre völkischen Ideale zu pflegen." Der Segen Liebermanns hat also dem