Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 9 (September 1910)
- Article
- Aus großer Zeit [Rezension]
- Date
- 1910-09-01
- Page
- 634 (sequence 2)
- Language
- German
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634 Im deutschen Reich. in Reih und Glied keine konfessionellen Unterschiede kennt, dem es sogar Freude macht, unter Zustimmung des protestantischen Geistlichen in der katholischen Kirche zu Gonesse durch sein Harmoniumspiel die Andacht seiner christlichen Kameraden zu erhöhen. Wir sind heute durch so viele Aeußerungen gehässiger Vorurteile nicht unbeeinflußt von Empfindungen, die jenen fern lagen, die in den Zeiten des schweren Kampfes, welche auch die des edelsten, nationalen Aufschwunges war, die Mitkämpfer der verschiedensten religiösen Bekenntnisse brüderlich einte. Aber die Erinnerung an jene bessere Zeit bei Juden und Christen wieder wachzurusen, ist deshalb um so nötiger. Dieses Verdienst hat der Verfasser erworben, und seine jüdischen Leser werden aus seinen, wenn auch nur kurzen, aber ungemein warmherzigen Bemerkungen über das Verhalten seiner Eltern,, die zwei Söhne freiwillig zu den Fahnen eiten ließen, ferner über die im Hause des unvergeßlichen Rektor Horwitz verlebten schönen Stunden, unschwer erkennen, das ist Geist von unserm Geist, ein Empfinden, würdig eines deutschen Staatsbürgers jüdischen Glaubens! A. L. Die Stellung bet Beamten im ^ansfyalte bes Staates. Bon Friedrich N a uman n. Buchverlag der Hilfe. Berlin-Schöneberg 1910. 40 Pfg. Am Eingänge seiner Ausführungen über die Stellung der Beamten im Haushalte des Staates sagt Naumann, „Man kann keine Erfolge haben, wenn man nicht selbst etwas tut, um Erfolge zu gewinnen, und es ist beispielsweise ganz undenkbar, daß eine Beamtenbewegung mit nur allzu geringen Beiträgen sehr großen Gewinn machen kann; das widerspricht jeder naturgesetzlichen Auffassung. Es ist ebensogut undenkbar, daß sie auf die Oeffentlichkeit, auf Parlamente und auf Regierungen einen starken Eindruck macht, wenn man nicht allseitig das Gefühl hat, daß bei ihr ein bestimmter Wille ist, der sich auch vor Schwierigkeiten nicht fürchtet.An den einzelnen muß die doppelte Aufforderung ergehen: von deiner Energie, von deiner Werbekraft, von deiner Ausdauer und von deinem persönlichen Mute wird es abhüngen, ob der Bund eine segensreiche Wirklichkeit wird. Und indem Sie sich so zusammenschließen, sprechen Sie: Unser Ziel soll sein, daß wir