Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 9 (September 1910)
- Article
- Veröffentlichungen des Bureaus für Statistik der Juden [Rezension]
- Date
- 1910-09-01
- Page
- 633 (sequence 2)
- Language
- German
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Bücherschau. Verein an geeigneten Mitarbeitern fehlen und daher das unendlich schwere, mühselige Sammeln des Urmaterials nicht in befriedigender Weise gelingen werde. Daß diese Befürchtung in keiner Hinsicht sich erfüllt hat, beweist die vorliegende Schrift. Insbesondere fällt an ihr die strenge Wissenschaftlichkeit auf, das Vermeiden jeder außerhalb der Sache liegenden Schlußfolgerung, die leidenschaftslose Betrachtung und die völlige Beherrschung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Demographie. Die Lektüre der Segallschen Schrift kann deswegen unfern Lesern nur eindringlich empfohlen werden. Zweierlei werden sie kennen lernen: Zunächst ein wissenschaftlich interessantes Kapitel aus der Bevolkerungslehre, dann die Methode, nach der gearbeitet werden muß, um einwandfreie Resultate zu erlangen. Schließlich wird nicht der geringste Nutzen des Buches sein, daß es zeigt, welche Anforderungen man an eine statistische Arbeit stellen muß, wenn sie irgendwelche Bedeutung für politische Schlußfolgerungen haben soll. L. H. Aus grotzer £eit. Erl ebniss e eines Kriegsfreiwilligen von 1870/71, erzählt von N. H. Rosenthal. Verlag von Franz Seeliger, Berlin W., Kurfürstenstraße 70. 1910. In Leinen gebunden 2,60 M. Die in schlichter Sprache durchweg ruhig und anschaulich gegebenen Schilderungen der Erlebnisse eines ehemaligen jüdischen Seminaristen, der vor vierzig Jahren in Begeisterung sich freiwillig den Baterlandsverteidigern -zugesellt hat, find geeignet, allgemeines Interesse zu erregen. Alle Beschwerden und Gefahren des Krieges hat er mannhaft ertragen und Eifer und Pflichttreue in einer Weise bekundet, die dem Neuling im Kriegshandwerk die Achtung und Zuneigung der christlichen Kameraden verschaffen mußte. Was Rosenthal ohne jede Spur von Ruhmredigkeit oder Hervorhebung seiner eigenen Leistungen berichtet, gibt einen fesselnden Einblick in das Kriegsleben jener großen Zeit, der das ergänzt, was man sonst aus bedeutenden historischen Darstellungen mühevoll schöpft. Der Verfasser zeigt sich bei seinen von warmer Vaterlandsliebe durchwehten Schilderungen als deutscher Staatsbürger, der als Soldat