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Im deutschen Reich · 1910-09-01 · Heft 9 (September 1910) · p. 628

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 9 (September 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-09-01
Page
628 (sequence 7)
Language
German
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628 Im deutschen Reich. wie uns von dort mitgeteilt wird, ein jüdisches Fräulein als Verkäuferin engagiert. Als sie die Stelle vereinbarungsgemäß am 16. Mai d. I. antrat, fragte sie der Inhaber des Geschäfts, Herr Wilhelm Löw, ob sie Jüdin sei. Nachdem sie diese Frage bejaht hatte, erklärte er, sie könne gehen; es vertrage sich nicht mit seinen Prinzipien, Juden zu beschäftigen, er habe dies noch nie getan, könne dies auch seinen andern Verkäuferinnen gegenüber nicht. Am Tage vor dem Termin vordem Kausmannsgericht zahlte die Firma Alfred Bender dem Fräulein die eingeklagte Summe, was die Richtigkeit des Berichts bestätigte. Uebrigens hegten wir schon deshalb keinen Zweifel daran,weil eine von uns an die Firma Bender gerichtete bezügliche. Anfrage unbeantwortet blieb. — Wir bringen den Vorfall an die Öffentlichkeit, damit die charaktervollen jüdischen Kunden sich nicht mehr bei Herrn Wilhelm Löw behüten lassen, sondern vor dem grundsätzlich jüdische Angestellte abweisenden Hutfabrikanten behütet werden. — Die Firma M. Schneider in München, Karlsplatz 22, erließ kürzlich ein Inserat des Inhalts: „Zum Eintritt für August und September werden mehrere Lehrmädchen und ein kaufm. Lehrling aus Kuten christlichen Familien gesucht." — Die guten jüdischen Familien werden wohl künftig ihren Bedarf dort kaufen, wo man gegen die Aufnahme jüdischer Lehrmädchen und Lehrlinge ebensowenig Vorurteil hegt wie gegen jüdische Kunden. Mit der gleichnamigen Firma in Posen hat, wie wir hören, die Münchener Firma M. Schneider nichts zu tun. — Von Mitgliedern unseres Vereins waren wir darauf aufmerksam gemacht worden, daß in dem im Verlage von Josef Scholz in M ai n z erschienenen „Deutschen Jugendbuch", begründet und herausgegeben von Wilhelm Kotzde, Erzählungen enthalten seien, durch die den Schülern Rassen- und Klassenhaß eingeimpst werden könne. Unsere Ortsgruppe Mainz hat durch ein Vorstandsmitglied Rücksprache mit den als vorurteilslos bekannten Inhabern der Firma Jos. Scholz genommen, die versicherten, daß auch der Herausgeber des Jugendbuches, Kotzde, jetzt in Rathenow bei Berlin, keine judenfeindlichen Gesinnungen hege. Bei der als verletzend betrachteten Bemerkung in der Erzählung „Handwerk hat einen goldenen

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