Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 571 (sequence 4)
- Language
- German
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Briefkasten. :>7i für unsere Suche mit Hingebung gewirkt und sie auch durch die Guben seines Geistes wiederholt gefördert hat. .Ihm ist in unseren Kreisen ein dauerndes, dankbares Gedächtnis gesichert. Briefkasten. p. m., Berlin. Daß wir s. Zt. dem Minister des Innern die Tatsache mitgeteilt haben, daß in einzelnen ihm unterstellten G e f a n g e n e n a n st n l i e n auch ßöifdje Internierte mit einem S o n n t a g s b l a t t eine Beilage erhalten haben, in der u. a. die gegen die Juden aufreizende Bemerkung enthalten war, „die Juden meinen, daß unser Volk erst glücklich wird, wenn es sein Deutschtum und sein Christentum aufgibt", war einfach Pflicht und Schuldigkeit. In solchen Fällen schweigen, heißt die Richtigkeit einer so unbegründeten Anklage zugeben; sich gegen Verleumdungen wehren, ist Mannespflicht. Nicht nur der uns zugegangene ministerielle Bescheid, in dem wir zur Angabe der betreffenden Strafanstalten aufgefordert wurden, sondern auch die in der Berliner Antisemitenpresse enthaltene, völlig gleichlautende, wutsprühende Notiz: „Schon wieder eine Denunziation des Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" bürgen uns dafür, daß wir recht getan haben, uns dagegen zu verwahren, daß selbst in einem religiösen Sonntags b latte, welches doch wohl den Zweck hat, die Gefangenen zu bessern, das den Keim zu neuen Gesetzesverletzungen legende Gift des Antisemitismus verspritzt wird. Nicht wir haben denunziert, sondern der Urheber jener auch von dem frommen „Reichsboten" wiedergegebenen Notiz hat es getan, wenn er von einem Akt der berechtigten Abwehr sagt, jetzt seien „auch die religiösen Sonntagsblätter einer scharfen Kontrolle des Vereinsrabbinats unterstellt". Das Judentum hat schon in früherer Zeit durch antisemitische Angeber derart gelitten, daß es sich von solchem gehässigen Treiben fernhält und nur anklagt, wenn die Notwehr dazu zwingt. Wir verweisen in dieser Beziehung auf die bekannte Aeußerung des Präsidenten v. Kröcher, daß denunzieren oft eine Notwendigkeit ist — schlimm genug, daß die.Antisemiten uns oft in diese Notwendigkeit versetzen!