Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- München
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 568 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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568 Im.deutschen Reich. Rechtsanwalt von dem Oberst eröffnet worden, daß man ihn, obwohl er stets ein guter Soldat gewesen sei, als Reserveoffizier nicht Vorschlägen könne, weil er nicht den genügenden Beweis dafür erbracht habe, daß er das gesellschaftliche Taktgefühl für einen Reserveoffizier besitze. Die übrigen 16 Vizefeldwebel, sämtlich Christen, erhielten ausnahmslos das Patent als Reserveoffizier. Ueber das „Taktgefühl" des Kommandeurs wird man aller Wahrscheinlichkeit nach sich noch im. bayerischen Landtage äußern. * UereinsAachrrchten. — An unsere Mitglieder richten wir die dringende Bitte, den Verkehr mit dem Vereinsburean mittels Fernsprechers nur in bgrt alleröringendsten Fällen pflegen zn wollen. — Wie wir vor einigen Monaten mitteilten, waren wir genötigt, den Redakteur der S t a a t s b ü r g e r z e i t u n g , B u ch - B u ch o w , wegen eines die jüdische Religion auf das Schwerste herabsetzenden und verdächtigenden Artikels bei der Staatsanwaltschaft anznzeigen. In der am 14. Juni vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I stattgefundenen Verhandlung wurde der angeklagte Redakteur zu einer Gefängnisstrafe von acht Tagen verurteilt. ..— Unsere Liste der Erholungsorte bzw. Hotels u n d P e n s i o n e n, die a n t i s e m i t i s ch e n Charakter haben, hat sich im Laufe der Jahre nicht vergrößert, sondern ist,- wenn auch nur Langsam, zusammengeschmolzen. Dies beweist, daß die Behauptung antisemitischer Blätter, die Veröffentlichung derartiger Listen sei die beste Reklame für solche Sommerfrischen, die den Juden verleidet find, keineswegs begründet ist. Die von uns vollzogenen Streichungen sind in den meisten Fällen auf dringenden Wunsch der Betroffenen erfolgt, die nicht länger ausschließlich auf antisemitischen Zuspruch beschränkt sein wollten und ihre vorurteilslose Gesinnung eifrig beteuert haben. Dieser erfreuliche Erfolg würde noch intensiver sein, wenn unsere Glaubensgenossen noch konsequenter solche Erholungsorte meiden würden, in denen immer