Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Missionspredigten
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 480 (sequence 2)
- Language
- German
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480 Im deutschen Reich. was wir haben, von den Juden erhalten? Warum sollten wir in so heftiger Weise unter den Juden Proselyten zu machen suchen? Der reine Glaube der Juden an den einen treuen und lebendigen Gott kommt auch zu uns durch das Zwielicht der Fabel und ist eine der ununterbrochenen Reihen irdischer Traditionen. Ich glaube, Ihnen keine Erlaubnis für Predigten zur Bekehrung der Juden in den von Ihnen bezeichneten Straßen, die an einer dicht mit einer jüdischen Bevölkerung besetzten Nachbarschaft liegen, geben zu dürfen. Würden Sie nicht damit jene verletzen und mehr Uebles als Gutes anrichten? Wieviel Juden haben Sie denn bisher bereits bekehrt? Der Ihrige ergebenst W. I. G a h n o r." Der Rev. Thomas M. Chalmers hat in seiner Heimat in Williamsburg erklärt, daß — wenn es überhaupt ratlich sei, dem Mayor eine Antwort zu geben — er dies erst später tun werde. („New Port Times/s) * Kvtegevvexeine. Die vom Kriegsminister v. Heeringen im Reichstage getane Aenßerung, es müsse die Persönlichkeit achtunggebietend sein, und bei den Juden sei das Borliegen der Autorität ausgeschlossen und weiterhin, daß gewisse Vorurteile der niederen Volksschichten gegen die jüdischen Vorgesetzten herrschten, dürfte durch folgendes Beispiel trefflich widerlegt sein, wenn auch gerade hier nicht vom eigentlichen Militär, so doch von gewesenem Militär und jetzt noch bestehendem militärischen Geiste die Rede ist. Die meisten Krieger vereine setzen sich doch, mit Ausnahme der von dem Verein ernannten Offiziere und Sanitätsoffiziere als Ehrenmitglieder, meistens aus den unteren Schichten des Volkes zusammen, und das ist erwiesen. Der Kriegerverein ehemaliger 53 er in Duisburg, einer der größten in Duisburg, wählte vor etwa zwei Jahren den