Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Nürnberg
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 469 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316798--20472-2343461- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 469 Von Italien (Garnison Erlangen) mir dem Oberst v. Heyden und zahlreiche Mitglieder des Sanitätsoffizierskorps des 3. Armeekorps mit dem Generalarzt eingefunden, um dem jüdischen Stabsarzt im aktiven Dienste, Herrn Dr. Benedikt Strauß, Schwiegersohn des Rabbiners Or. Neu - b ü r g e r in F ü r t h , die letzte Ehre zu erweisen. Die Trauer- Versammlung war wohl durchweg von der Ueberzeugung getragen, daß mit dem Verstorbenen ein Mann dahing eg engen ist, der nach jeder Richtung als Mensch, als Arzt und als Soldat nicht nur das Gute gewollt, sondern auch das Edle und Erstrebensworte vollbracht hat.; Hatfexslauiexn, 4. Mai. Der Kaufmann Wilhelm Weber aus Olsbrücken hatte beit Rechtsanwalt Tuteur II, hier, schwer beleidigt, weil dieser ihn als gegnerischer Rechtsanwalt in seinen mündlichen Vorträgen angeblich geärgert habe. Als Weber dein Anwalt auf der Straße begegnete, fiel er mit wüsten Schimpfworten über ihn her. Anfangs Januar wurde der Rechtsanwalt antelephoniert; als sein Gehilfe sich meldete, wurde sofort von dem Aurufendeu gegen ihn losgefahren, und als inan den aufgeregten Mann fragte, wer er denn sei, antwortete er: „Ich bin der Kaufmann Weber von Olsbrücken, wie können sie in der Sache Klein so Lügen vor Gericht machen?" usw. Am gleichen Tage wurde auch der Vater des Anwalts, Aron Tuteur, augeläuret; diesem gab der Anrufende auf, seinem Sohn zu sagen, er sei ein schlechter Jud', dem er aufs Ohr schlagen werde. Der wegen dieser Beleidigung vor Gericht gestellte Weber wurde von dem Schöffengericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Gegen das Urteil ergriff Weber Berufung, aber in der gestrigen Verhandlung verblieb es bei einem Monat Gefängnis. (—) ßtcl'bnxg i Vr., 2. Mai. Die „Breisgäuer Zeitung" berichtete dieser Tage über d'.e Genreindewahlen, die in W a ld - kirch, einem badischen Ort, der wenig über 5000 Einwohner zählt, stattgefunden haben. Das Ergebnis war nach einer Mitteilung des .Badischen Beobachters" (des offiziellen Zentrumsorgans) folgendes: „In der 3.. Klasse siegte int zweiten Wahlgang die Kvmpromißliste der Sozialdemokraten und Liberalen mit 246 202 Stirnmen über den Vorschlag des Zentrums; das Resultat'ivar nur dadurch möglich, daß das lihe-