Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / Im deutschen Reich <Redaktion>
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 465 (sequence 1)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 465 KorrespsrrdeWM» — Fast täglich werden wir aus dem Kreise unserer Mitglieder gebeten, irgendein Jubiläum oder eine Auszeichnung eines Vereinsmitgliedes, oder einer dem Judentum angehörenden Persönlichkeit in der Zeitschrift zu erwähnen oder zu besprechen. Wenn wir allen diesen Wünschen entsprechen wollten, wäre die Folge, daß unsere Zeitschrift jeden Monat einige Seiten lediglich für Personalien reservieren müßte. Diese Angaben haben meist über den Rahmen eines engen Kreises hinaus gar kein Interesse nnb werden, wie verschiedene Zuschriften im Laufe des Jahres beweisen, von vielen als lästig empfunden. Wir sind deshalb genötigt, in Rücksicht auf die Leser unserer Zeitschrift, alle Mitteilungen über bloße Personalien: abzulehnen, und werden lediglich solcher Männer, die im Dienste unserer Abw e h r - und A u f k l ä r u n g s b e st r e b u n g e n Hervorragendes geleistet haben, Erwähnung tun. Wir sind überzeugt, daß diese Maßnahme im Kreise aller unserer Mitglieder volle Billigung finden wird, weil dadurch der Gegenstand vieler Klagen und angeblicher Zurücksetzungen beseitigt ist. Die Redaktion. > Kosen, 3. Mai. Das „Lissaer Tageblatt" hatte der „Ostdeutschen Presse" die Mitteilung entnommen, daß die Zahl der jüdischen Kaufleute in Lissa stetig abnehme, was auf Abwanderung der wohlhabend gewordenen Kaufleute nach den großen Städten im Westen zurückzuführen sei. Daran war die Bemerkung geknüpft, daß die Abziehenden öfters nicht Sorge dafür tragen, das Geschäft deutschen Händen zu übergeben und nicht den Polen zu überlassen. Von vertrauensvoller Seite ist dagegen darauf hingewiesen worden, daß in den letzten zwanzig Jahren in Lissa im Ganzen nur drei jüdische Geschäfte in polnische Hände gelangt sind: das ist eine verschwindend kleine Zahl, die um so bemerkenswerter erscheint, als von nichtjüdischer Seite der Uebergang deutschen Grund und Bodens in polnische Hände ganz anders befördert wird. Nach der „Korresp. für die deutsche Ostmark" war in der Ostmark im Laufe einer einzigen Woche (vom 12. bis zum 17. April) ein Gesamtverlust von 2250 Morgen auf deutscher Seite zu verzeichnen. Der Pole Josef Brzhkcy aus Sulinowo,