Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heer
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 439 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden im Weltbild. 439 entsprossen neue Einrichtungen: Frühlingskräfte treiben an allen Ecken und Enden. Da wollen wir nicht zurückstehen, wir wollen eintreten in den großen Kampf zwischen Feudalstaat und modernem Rechtsstaat, und wenn ich Sie einlade, auch in Zukunft diesen Kampf mit uns zu kämpfen, so geschieht das in dem Bewußtsein: dieser Kampf für den modernen Staat, -für die volle Gleichberechtigung aller Staatsbürger, dieser Kampf bedeutet und beweist die höchste Liebe zu unserem deutschen Volk und Vaterland. (Stürmischer, minutenlanger Beifall.) * Aie Juden im Weltbild. Bon Henriette Fürth in Frankfurt a. M. III. So haben wir uns nun ba§ geschichtliche Bild unseres Volkes in seiner wirtschaftlichen und geistigen Wesenheit wie in seiner äußeren Gestaltung gegenübergestellt und kommen nunmehr zu der Frage nach dem Anteil der Juden am Kulturbilde der Zeiten und unserer Zeit. Auch hier kann nur in größten Linien gezeichnet werden; denn hier erst recht stürmt eine geradezu überwältigende Fülle von Tatsachen- und Gedankenmaterial auf uns ein. Zuerst die Juden im Wirtschaftsleben. Schließen wir auch hier aus der Vergangenheit auf die Gegenwart. Sie bringt uns positiv und negativ beweisende Belege die Fülle. Die wirtschaftliche ebenso wie die geistige Blütezeit der iberischen Halbinsel fällt mit der Gleichberechtigung der Juden zusammen. Ein Niedergang tritt von dem Augenblick an ein, in dem man beginnt, sie in größerem Umfange zu belästigen und zu verfolgen. Mit der endgültigen Austreibung aller Juden beginnt für Spanien eine Periode des wirtschaftlichen und geistigen Niederganges und der sittlichen Verwahrlosung, der beispiellos in der Geschichte dasteht und bis auf den heutigen Tag noch nicht überwunden ist. Wie die damalige Mitwelt über diese törichte und treulose Verfolgungspolitik urteilte, mag aus einer Aeußerung des türkischen Sultans Bajazet erhellen, der den vertriebenen