Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / R.
- Date
- 1910-05-01
- Page
- 413 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316797--20395-2343323- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eingesandt. 413 es. nicht mehr genügt, wenn alljährlich einige freisinnige Abgeordnete auf die Entrechtung eines Teiles der Staatsbürger Hinweisen, und die Angelegenheit dann wieder für ein Jahr in den Akten ruht. Nur ein lauter Protest aus unserer Mitte, in welcher Form er auch geschieht, kann hier Wandlung schassen und den maßgebenden Stellen zum Bewußtsein führen, daß wir Juden, die, ebenso wie Angehörige anderer Konfessionen, Blut und Gut zum Besten unseres Vaterlandes hingegeben, nicht gewillt sind, uns unsere durch treue Erfüllung der Staatsbürgerpslichten erworbenen Rechte nehmen zu lassen. Wie sehr die bestehenden Verhältnisse dazu beitragen, selbst bei loyalen jüdischen Staatsbürgern die Freude an. patriotischen Bestrebungen zu verleiden, beweist folgendes Schreiben, das einer der bedeutendsten Großindustriellen unseres Kreises, Herr Fabrikbesitzer Bruno Cohn, Unteroffizier der Landwehr- Feldartillerie, an den Vorsitzenden des E r n s d o r f e r K r i e g c r v e r e i n s i n R e i ch e n b a ch t. S ch 1 e s i e n richteten „Unterzeichneter erklärt hiermit seinen Austritt aus dem Verein. Nachdem der preußische Kriegsminister, Herr General v. Heeringen, in einer der.jüngsten Sitzungen des deutschen Reichstages noch Worte der Entschuldigung für die verfassungswidrige Zurücksetzung der jüdischen Soldaten im preußischen Heere gefunden hat, muß ich es ablehnen, noch ferner einem preußischen Kriegerverein aruzugehören." R. I. In der Nr. 2 dieses Jahrgangs (Seite 124 fs.) bespricht ein Herr G. C. P a u l L a n g e n s ch e i d t s R o m a n ,,($ r it f E o h n". Der Roman hat bereits seit längerer Zeit in den Bücherläden nuferer größeren Städte ausgelegen, ohne daß er von dieser Zeitschrift-einer Kritik gewürdigt wäre. Mit Recht, wie ich meine. Um so größer.war-meine Verwunderung, jetzt eine Besprechung in der Bücherschau zu finden. Ja, der Herr. Kritiker äußert sich sogar sehr beifällig. Er versteigt sich zu folgenden Ausführungen: „Mit scharfem Blick hat der Verfasser die Wirklichkeit beobachtet, mit kräftigen Strichen diese wahrgesehenen Menschen und Verhältnisse